Schweiz – Ostern 2026

Tag 1 – Donnerstag 2. April

Gestern erst das Wohnmobil aus dem Winterquartier geholt, heute schon wieder on the road. Wir waren uns die letzten Tage gar nicht sicher, ob wir überhaupt starten können, da es immer wieder geschneit hat. Aber die Straßen sind mittlerweile frei und wir können um 17:30 Uhr ins lange Osterwochenende starten. Unser Ziel: die wunderschöne Schweiz. Da es sich vor Zürich mal wieder staut, ist unser erster Halt am Rheinfall in Schaffhausen, welchen wir eine Stunde später erreichen.

Ab 18 Uhr können wir auf dem großen Parkplatz oberhalb von Schloss Laufen kostenlos parken (47.6734, 8.6198). Im hinteren Bereich gibt es ausgewiesene Parkplätze für Wohnmobile. Man zieht sich bei der Einfahrt ein Ticket und entwertet es später am Automaten. Bis zum nächsten Morgen parkt man kostenlos. In wenigen Gehminuten erreicht man vom Parkplatz das Schloss, wo man ebenfalls ab 18 Uhr durch das Drehkreuz gehen kann, ohne Eintritt zu bezahlen. Der Weg führt über mehrere Aussichtsplattformen bis zum Fuße des Rheinfalls, den größten Wasserfall Europas. Um diese Uhrzeit sind nur noch wenige Touristen da und es ist wunderbar mild – traumhaft. Wir genießen die besondere Stimmung und lauschen den Wassermassen. Irgendwann geht es zurück ans Womo. Wir könnten hier auf dem Parkplatz auch übernachten, wollen aber noch weiter.

Der Stau vor Zürich hat sich zwischenzeitlich aufgelöst. So fahren wir über Zürich und Luzern noch bis zum Sarnersee. Oberhalb von Sachseln (unbedingt über diesen Ort die Zufahrt wählen) gibt es in Flüeli-Ranft kostenlose Parkplätze für Womos (Bitzigasse 24). Aufgrund einer Veranstaltung in der Mehrzweckhalle sind diese heute Abend leider alle von PKW belegt, deshalb fahren wir ein paar Meter zurück in die Ortsmitte (46.8716, 8.2695) und bleiben dort mit 2 anderen Campern für die Nacht neben dem Busbahnhof stehen.

Bewertung Stellplatz 3/5
Gefahrene Kilometer 210

Tag 2 – Freitag 3. April

Am Morgen zeigt sich die ganze Idylle der wunderschönen Umgebung. Schneebedeckte Berge und eine malerische Kirche, deren Glocken – auch nachts – alle 15 Minuten läuten. Ansonsten war hier nichts zu hören. Es war allerdings eine der kältesten Nächte, die wir jemals im Wohnmobil verbracht haben. Morgens hat es -1°C. Bei der Weiterfahrt haben wir einen schönen Ausblick auf den Sarner- und Lungerersee.

Die Autobahn geht schon kurze Zeit später in die Passstraße Hasliberg-Meiringen über. Je höher wir kommen, desto mehr Schnee liegt links und rechts der Straße und ich habe Sorge, dass wir mit unserem Womo und den Sommerreifen Probleme bekommen könnten. Zum Glück haben wir irgendwann die Passhöhe auf 1008m erreicht. Wenn es wärmer wäre und hier nicht so viel Schnee liegen würde, würden wir nun einen Abstecher zur Aareschlucht machen. Wieder im Tal erreichen wir den Brienzersee und schon wenig später Interlaken. Wir parken kostenpflichtig in der Lindenallee (3,90 CHF/3 h) und spazieren von hier ins Zentrum. Direkt vor uns liegt ein schöner Park, in dem im Minutentakt die Paraglider landen.

Der Ort ist mondän und sehr touristisch – vorwiegend asiatische Gäste sind hier unterwegs, wie so oft in der Schweiz. Wir folgen dem Besucherstrom bis zum Bahnhof Interlaken West und spazieren von dort entlang der Aare bis zur Harderbahn.

Die Standseilbahn fährt in 10min auf den Harder Kulm und bietet schöne Ausblicke auf Eiger, Mönch und Jungfrau und den Thuner- und Brienzersee. Von der Bergstation erreicht man in wenigen Minuten das Panormarestaurant auf 1323m und den Zwei-Seen-Steg, eine Aussichtsplattform. Wir haben eine Berg- und Talfahrt gelöst, da die Wanderwege oben noch alle durch Schneefelder führen. Der Ausblick auf die beiden Seen ist sehr schön und oben ist es sogar wärmer als im Tal und die Sonne strahlt ungehindert. Da wir nicht wandern können und auch der Spielplatz noch Schneebedeckt ist, fahren wir wenig später wieder zurück ins Tal. Wir bezahlen stolze 83,40 CHF (2 Erw + Kind mit Gästekarte) für die Bahn, aber es hat sich gelohnt.

Weiter geht es zum Campingplatz für diese Nacht: TCS Camping Bönigen – Interlaken (Campingstrasse 14, 3806 Bönigen), wo sich schon eine lange Warteschlange gebildet hat. Wir bezahlen für die Nacht 63 CHF = 70€. Wir haben einen Komfortplatz gebucht (alle anderen waren bereits ausgebucht), der nur durch eine Hecke vom Rad- und Fußweg am See getrennt ist. Nachdem wir uns eingerichtet haben, kochen wir uns Kässpätzle und genießen diese in der Sonne. Den restlichen Mittag chillen wir am Womo. Luki erkundet den Platz mit dem Fahrrad. Nachmittags ziehen schlagartig Wolken auf und es wird kühl. Wir spazieren daher noch etwas am See entlang und battlen uns beim Tischtennis. Es gibt mehrere Badestellen, aber dafür ist es natürlich noch zu frisch. Im Sommer kann auch das angrenzende Freibad von den Campinggästen kostenlos genutzt werden. Da es mittlerweile zu kalt ist um noch länger draußen zu sitzen, ziehen wir uns ins Womo zurück und spielen Karten.

Bewertung Stellplatz 3/5
Gefahrene Kilometer 50

Tag 3 – Samstag 4. April

Der Morgen empfängt uns grau in grau. Aufgrund der Bewölkung war es dafür heute Nacht nicht ganz so eisig. Zum Frühstück haben wir Gipfeli (Croissants) bestellt, müssen aber leider drinnen essen. Die geplante Radtour muss bei diesen Temperaturen leider auch ausfallen.

Um 10 Uhr geht es für uns daher mit dem Womo weiter zum Thunersee. Nächster Halt: Beatushöhlen. Leider sind die Parkplätze schon um diese Zeit alle belegt und auch an der Straße sind die wenigen Parkbuchten schon überfüllt. Schade. Auf einer kurvigen Panoramastraße geht es daher weiter entlang des Sees. Der nächste Stopp ist an der Panoramabrücke Sigriswil vorgesehen. Es geht kurvig bergauf und 2 Baustellen erschweren die Fahrt zusätzlich. Endlich oben angekommen dann die Enttäuschung. Auf dem großen Parkplatz findet heute eine Viehmarkt statt: Kühe soweit das Auge reicht. Alternative Parkmöglichkeiten für Womos gibt es weit und breit nicht. Also fahren wir auch hier wieder unverrichteter Dinge weiter.

Dann schauen wir uns eben Thun an. Aber heute haben wir wohl Pech. Alle angefahrenen Parkmöglichkeiten sind bereits belegt. Die Straßen im Zentrum sind schmal und überall sind nur Parkhäuser ausgeschildert. Wir landen schließlich im Gewerbegebiet, wo wir uns erstmal ein kleines Vesper richten. Von hier könnten wir nun ins Zentrum laufen (2km). Der Weg ist allerdings wenig einladend an der Straße entlang und so entscheiden wir uns dagegen und kehren nun schweren Herzens – auch aufgrund der kühlen Temperaturen – den Bergen den Rücken.

Über Bern geht es weiter an den Murtensee. Zwischenzeitlich ist die Sonne rausgekommen und der Camping-Port-Plage Avenches (Camping de la Plage 1, 1580 Avenches) – schon in der französischen Schweiz – empfängt uns mittags mit warmen 17°C. Ideales Wetter für eine Fahrrad Tour nach Murten (Morat) – einfache Strecke ca. 8km. Der mittelalterliche Ort ist wunderschön und bietet von der Ringmauer traumhafte Ausblicke auf den See und die Altstadt.

Zurück am Campingplatz schmeckt das alkoholfreie Weizen und das Steak vom Grill nach der Radtour gleich doppelt gut. Wir sitzen noch lange draußen, genießen den schönen Abend und die Stimmung am Murtensee.

Bewertung Stellplatz 4/5
Gefahrene Kilometer 105

Tag 4 – Sonntag 5. April

Wir haben gut geschlafen, allerdings hat man nachts die nahe Autobahn etwas gehört. Trotzdem gefällt es uns hier wirklich gut und wir beschließen daher, noch eine Nacht zu verlängern (47,80 CHF). Dies ist nach Nachfrage an der Rezeption möglich, allerdings müssen wir dafür ein paar Plätze weiter ziehen. Kein Problem für uns, aber erstmal wird nun gefrühstückt. Die Nacht war wieder kalt, aber die Sonne scheint und draußen wird es schnell warm.

Neuer Tag, neue Radtour. Wir begeben uns mal wieder auf die Spuren der Römer. Avenches (Aventicum) zählt zu den bedeutendsten archäologischen Fundstätten der Schweiz und hat mittelalterlichen Charakter. Wir besichtigen das Amphitheater, die Reste der Tempel und Thermen sowie das Römermuseum. Alles ist frei und kostenlos zugänglich. Luki bewundert das Relief von Romulus und Remus und der Wölfin im Museum, mir gefallen die Wandmalereien und Mosaike noch besser. Von ehemals 73 Türmen in der 5,5km langen Stadtmauer ist heute nur noch ein einziger erhalten und wird uns natürlich erklommen.

Zurück am Campingplatz (4km entfernt) gibt es dann ein spätes Mittagessen. Anschließend genießen wir die Sonne und den Seeblick und machen abends noch einen schönen Spaziergang am Wasser entlang.

Tag 5 – Montag 6. April

Nach dem Frühstück in der Sonne machen wir uns schweren Herzens auf den Heimweg, um mit den Mädels, die leider nicht mitgekommen sind, noch nach dem Osterhasen zu suchen und gemeinsam Mittag zu essen. Pünktlich um 13 Uhr geht unser erster Kurztrip mit dem Womo in diesem Jahr schon wieder zu Ende.

Ein Kommentar

  1. Danke für die schönen Bilder, auch da waren wir schon mit dem Rad.
    die kleine Scheidegg unterhalb von Mönch u. Eiger.

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