Norwegen – Sommer 2025

Tag 1 – Freitag 1. August

Schon seit Monaten sind wir voller Vorfreude und heute starten wir endlich Richtung Norwegen. Los geht’s um 15:30 Uhr Richtung Norden. Leider staut sich aufgrund eines Unfalls der Verkehr hinter Heilbronn auf eine Stunde, so dass wir in Stuttgart spontan die Route ändern und über Karlsruhe und Frankfurt fahren. Hoffentlich bereuen wir dies nicht, denn auch die A8 ist sehr stauanfällig. Und schon in Pforzheim stehen wir ebenfalls 45 Minuten. Um 18:30 Uhr sind wir in Karlsruhe und machen erst mal Pause. Um 23:45 Uhr erreichen wir unseren Übernachtungsplatz in Großburgwedel bei Hannover am Freibad. Einziger Nachteil – man hört die Autobahn rauschen, aber wir sind so müde, dass wir trotzdem schnell einschlafen.

Bewertung Stellplatz 2/5
Gefahrene Kilometer 644

Tag 2 – Samstag 2. August

Um 09:30 Uhr geht es weiter. Eigentlich sollten wir von hier aus in rund 4 Stunden unseren Campingplatz in Dänemark erreichen. Wir stehen allerdings mehr, als dass wir fahren und haben nach 3,5h erst den Hamburger Elbtunnel hinter uns gelassen. Also erst einmal Pause in Schnelsen auf dem IKEA Parkplatz. Weiter geht es im Stop and go – so viel Stau hatten wir bisher auf keiner Reise… An der dänischen Grenze müssen wir ebenfalls warten, werden aber zum Glück nicht kontrolliert. Um 18 Uhr erreichen wir endlich und viele Stunden später als gedacht den vorgebuchten Platz: Vikær Strand Camping (Dundelum 29, 6100 Haderslev). Knapp 1000km Strecke liegen hinter uns und wir haben nun 40.000 gefahrenen Kilometer auf dem Tacho. Wir haben in der Hoffnung auf Sommerhitze einen Stellplatz am Meer gebucht. Allerdings ist es viel zu ungemütlich zum Baden. Nachdem wir uns kurz eingerichtet haben, spazieren wir am Strand entlang und erkunden den tollen Spielplatz – wie immer in Dänemark mit riesigem Hüpfkissen. Auch typisch: die Picknickbänke am Wasser und in der Heide, auf der wir – windgeschützt – vespern. Jasmin geht joggen. Leider fängt es dann an zu regnen und so ziehen wir uns ins Womo zurück.

Bewertung Stellplatz 3,5/5
Gefahrene Kilometer 347

Tag 3 – Sonntag 3. August

Es regnet die ganze Nacht und gegen Morgen kommt auch noch stürmischer Wind dazu. Hoffentlich lässt der Wind bis heute Mittag nach – wir müssen ja später noch die Nordsee überqueren. Der Campingplatz hat uns gut gefallen. Die Mitarbeiter an der Rezeption sind alle sehr freundlich und sprechen Deutsch. Den Strand und die Lage des Stellplatzes hatten wir uns anhand der Bilder allerdings schöner vorgestellt. Um 9 Uhr geht es weiter quer durch Dänemark. Es ist auch heute viel los auf den Straßen, aber wir sind um 12:30 Uhr in Hirtshals.
Das Wetter ist durchwachsen, aber hier ist es trocken und die Sonne kämpft sich immer wieder durch, so dass wir unser Mittagessen auf einem Parkplatz direkt am Meer und draußen auf den Felsen genießen können. Danach checken wir ein und reihen uns in die Warteschlange am Fjordline Terminal ein. Weit und breit ist noch keine Fähre zu sehen und so laufen wir einige Runden im Hafenbereich hin und her. Plötzlich und mit Verspätung biegt unser Katamaran dann doch um die Ecke -erinnert uns spontan an das Batmobil. Sieht auf jeden Fall mega cool aus und ist mal was ganz anderes als die klassische Fähre. Das ist die schnellste Verbindung nach Norwegen: in 2,5 Stunden von Hirtshals nach Kristiansand. Die Fähre ist topmodern mit unzähligen Sitzen und Verpflegungsmöglichkeiten auf 2 Etagen. Auch einen Duty-free-Shop gibt es an Bord. Wir verbringen allerdings die meiste Zeit an Deck, auch wenn der Außenbereich sehr klein ist. Das Wetter ist überraschend gut und mild und die Nordsee liegt ruhig vor uns. Kein Vergleich zu den Wellen heute Morgen.

Mit einer halben Stunde Verspätung erreichen wir dann um 19:15 Uhr Kristiansand und damit endlich Norwegen. Die vielen Zollbeamten (wir befinden uns nun ja außerhalb der EU!) wollen von uns zum Glück nichts wissen. Die Einfahrt in den Hafen und die Strecke entlang der Südküste zeigt sich dann auch direkt eindrucksvoll. Schären, Tunnel und Wasser im Wechsel – so haben wir uns Norwegen vorgestellt. Der Check-in auf dem vorgebuchten Topcamp Sjøsanden (Sjøsandveien, 4514 Mandal) funktioniert vollautomatisch mittels Mobiltelefon. Damit öffnet man die Schranke und bekommt Zugang zum Waschhaus. Die Stellplatznummer haben wir per SMS erhalten. Nach einem späten Abendessen fallen wir dann auch bald ins Bett.

Bewertung Stellplatz 4/5
Gefahrene Kilometer 500 (davon 140km mit der Fähre)

Tag 4 – Montag 4. August

Unsere erste Nacht in Norwegen war wunderbar. Und auch der erste Tag verspricht – entgegen der Prognose – schön zu werden und wir können draußen frühstücken. Anschließend erkunden wir den Platz und klettern vom Strand auf einem kleinen Pfad über die Felsen. Die Sonne kommt durch und es ist wunderbar warm. Wir beschließen daher spontan eine Nacht zu verlängern (Preis pro Nacht 579 NOK = 50€). Dann machen wir es uns am Strand gemütlich. Er ist feinsandig, sauber  und das Wasser glasklar. Allerdings auch eisig kalt. Aber zumindest mit den Füßen trauen wir uns rein und lassen uns dann sonnen. Luki baut eine Sandburg und wir genießen einfach den Tag. Zum Mittagessen grillen wir am Womo.

Leider zieht dann der Himmel zu, so dass es zu kühl ist für eine weitere Strandrunde. Aber wir wollen sowieso noch ins Ortszentrum spazieren. Es gibt einen schönen Waldweg direkt vom Campingplatz aus oder man geht am Meer entlang. In Mandal suchen wir eine Bank und heben etwas Bargeld ab (was sich später als absolut unnötig erweisen wird). Wir finden auch einen Bäcker und kaufen unser erstes Brot (55 NOK = 4,65€) und Zimtschnecken. Dann klettern wir bergauf zum Aussichtspunkt Uranienborg. Die Aussicht ist wunderschön, allerdings hat es angefangen zu regnen und es wird schnell ungemütlich. Wieder am Hafen geht es am Ufer entlang zurück Richtung Campingplatz, wo es uns fast weg weht.
Wir machen schnell alles sturmsicher, was sich als richtig erweist, denn beim Nachbarn klappt die Markise zusammen und wir werden ganz schön durchgeschüttelt. Kaum zu glauben, dass wir uns heute Morgen noch im Bikini am Strand gesonnt haben. 

Tag 5 – Dienstag 5. August

Das war eine der stürmischsten Nächte, die wir je im Womo erlebt haben. Ich hatte ernsthaft Sorge, dass wir umkippen. Auch am Morgen lässt der Wind nicht nach und es regnet in Strömen. Leider soll es auch die nächsten Tage so weiter gehen. Und das betrifft den ganzen westlichen Teil von Südnorwegen. Also ändern wir spontan unsere Route und fahren zurück nach Osten.
Erster Halt: Grimstad. Wir parken am Einkaufszentrum Oddensenteret (Odden 1D, Grimstad – 2 Stunden kostenlos parken mit Kamera-Erfassung) und erkunden den Ort. Es ist weiter kühl und stürmisch, aber zumindest trocken.

Nach dem Mittagessen im Womo fahren wir noch ein Stück weiter zum Stellplatz für diese Nacht bei Risør: Risør Resort Moen Camping (Moensveien 22). Hier gibt es fast nur Dauercamper. Die wenige Plätze für Tagesgäste liegen dafür meist direkt am Fjord und haben eine Holzterrasse. Wir bezahlen für eine Nacht 680 NOK. Leider nützt die schönste Terrasse nichts, wenn es so stürmisch ist wie heute. Wir versuchen unser Möglichstes, aber es ist einfach nur ungemütlich und eisig im Wind. Die Norweger sind hart im Nehmen und schwimmen trotzdem. Das Waschhaus ist tiptop – könnte schön sein hier…

Bewertung Stellplatz 3,5/5
Gefahrene Kilometer 145

Tag 6 – Mittwoch 6. August

Wir wurden wieder ordentlich durchgeschüttelt heute Nacht und auch morgens können wir wieder nicht draußen sitzen. Gegen halb 10 kämpft sich dann endlich die Sonne durch und wir können noch ein bisschen die Aussicht von der Terrasse genießen. Unser nächstes Ziel ist der Telemarkskanalen. In Ulefoss tanken wir zum ersten Mal in Norwegen. Wir haben die Spritpreise in den letzten Tagen beobachtet. In der Regel kostet der Liter 22,49 NOK (=1,90€). Ganz selten liegt er darunter. Hier kostet der Liter Diesel nur 18,77 NOK (=1,60€) – ein Schnäppchen! Anschließend fahren wir zu einem Übernachtungsplatz im Wald (59.2999, 9.2119) – wunderschön hier und mit Picknickbank direkt am Kanal.

Nachdem wir gekocht haben, machen wir einen Spaziergang zur nahe gelegenen Vrangfoss Sluser, der größten Schleuse des Telemarkkanals. Hier werden Schiffe über 5 Staustufen 23 Meter nach oben oder unten befördert. Und wir haben richtig Glück. Zufällig fährt gerade ein Ausflugsschiff in die oberste Schleusenkammer, was aktuell nur 2x pro Tag (um 12 Uhr und 14 Uhr) zu sehen ist, wie wir dem Fahrzeitenplan entnehmen. Die Schleuse wird immer noch per Hand und Muskelkraft bedient – 4 Schleusenwärter wechseln sich ab. Sehr spannend zu beobachten.
Nachdem das Schiff durchgeschleust ist, spazieren wir auf der Kanalmauer entlang, bis wir gegenüber von unserem Wohnmobil stehen und es nicht mehr weiter geht. Es würde sich doch jetzt anbieten, einfach rüber zu schwimmen, statt wieder alles außen rum zurückzulaufen. Zumal heute auch die Sonne scheint. Gesagt getan. Die Männer ziehen sich bis auf die Boxershorts aus und schwimmen rüber. Allerdings trügt das gute Wetter und es ist – nach Michas Aussage – das kälteste Wasser, indem er je geschwommen ist. Die 2 ziehen es aber durch und die Mädels, die bereits zurückgegangen sind, erwarten sie mit dem Handtuch am anderen Ufer.
Ich trage in der Zwischenzeit die Kleidung und Schuhe außen herum zurück. Der Weg ist übrigens sehr schön – vorbei an einem Skulpturenpark und an einem Aussichtspunkt. Wir spielen Kniffel, genießen die Sonne und können dann noch ein paar Kanus und ein Motorboot beobachten. Wir hoffen, noch einen weiteren Schleusenvorgang zu sehen (diesmal aufwärts), aber für heute ist Feierabend und das Boot muss für die Nacht anlegen.

Wir spazieren noch in die Gegenrichtung zur nächsten Schleuse (Eidsfoss). Hier arbeiten die Schleusenwärter noch, haben aber gerade nichts zu tun. Sie sind zu Zweit (mit Hund). Bis wir die 3 Staustufen erkundet haben, machen auch sie Feierabend für heute. Boote, die jetzt noch kommen, können am Fuß der Schleuse am Steg festmachen und am überdachten Unterstand grillen. Zurück am Womo gibt es Abendessen auf der Picknickbank, auf der wir sitzen bleiben, bis die Sonne untergeht. Wirklich ein wunderschönes Plätzchen hier.  

Bewertung Stellplatz 4/5
Gefahrene Kilometer 111

Tag 7 – Donnerstag 7. August

Nach einem sonnigen Frühstück verabschieden wir uns von diesem tollen Platz. Beste Aussichten auf weiterhin gutes Wetter verspricht Oslo, also geht es weiter in diese Richtung. Nach einer kurvigen Fahrt erreichen wir irgendwann Notodden und auch endlich wieder die Autobahn (zumindest heißt sie so und kostet auch Maut, erinnert uns aber sehr an die Schwarzwaldhochstraße).
Es geht zum nächsten Übernachtungsplatz, dem Drammen Camping (Buskerudveien 97, 3027 Drammen). Wir kommen gegen Mittag an und müssen mit dem Einchecken noch warten bis 14 Uhr, da die Rezeption Mittagspause hat. Also fahren wir nochmal zum Supermarkt, wo die Mädels einkaufen, während wir kochen. Für wenige frische Prdoukte (Obst, Gemüse und Joghurt) bezahlen sie 60€. Die Paprika für 8€ das Stück ist da noch nicht mal dabei. Gut, dass wir so viele Lebensmittel von zu Hause mitgebracht haben.
Nach dem Essen können wir einchecken und wählen einen Platz direkt am Wasser. Bis wir uns eingerichtet haben, zieht der Himmel leider zu und wir können nicht mehr lange draußen sitzen, bevor es regnet. Eine Joggingrunde am Fjord entlang ist aber drin. Abends machen wir noch einen Spaziergang in die andere Richtung. Auf dem Campingplatz gibt es auch eine buchbare Sauna mit Zugang zum Wasser. Leider ist sie heute nicht in Betrieb, sonst hätte Micha sie gerne ausprobiert.

Bewertung Stellplatz 3/5
Gefahrene Kilometer 112

Tag 8 – Freitag 8. August

Heute haben wir uns einen Wecker gestellt, da wir weiter nach Oslo wollen. Die Nacht war ruhig, wenn man draußen sitzt, hört man aber leider die Autobahn rauschen. Es ist mild und trocken und wir können daher unser Frühstück draußen genießen. Um 9 Uhr starten wir durch und fahren noch ungefähr eine Stunde bis Oslo.
Wir fahren mit dem Wohnmobil hoch zum Holmenkollen mit der berühmten Skisprungschanze. Es gibt mehrere kostenlose Parkplätze. Auf fast allen ist das Parken von 23-9 Uhr jedoch verboten. Da wir pünktlich zur Öffnung des Schanzenturms um 10 Uhr da sind, gibt es noch genügend Platz für uns. Am Ticketoffice kaufen wir ein Familienticket für 530 NOK. Das Ticket beinhaltet den Eintritt ins Skimuseum mit mehreren Mitmachstationen und einem Indoor-Spielplatz. Weiter oben startet der Aufzug zum Schanzenturm. Es passen nur 13 Personen hinein und wir haben Glück, dass wir früh dran sind. So müssen wir nur wenige Minuten warten. Etwas später hat sich schon eine lange Warteschlange gebildet (unter anderem eine große Gruppe Kreuzfahrer). Oben angekommen bietet sich ein schöner Ausblick auf Oslo und den Oslofjord sowie das Skisprungstadion und Biathlonzentrum. Ich würde mich hier niemals runter trauen. Auch nicht mit der Zipline, die man hier buchen kann. Mit 70€ pro Person ist das aber auch für die restliche Familie nicht relevant. Es geht auch noch ein paar Stufen weiter nach oben auf das Dach der Schanze.
Wieder unten kraxeln wir die Stufen zum Absprungbereich hinunter und laufen weiter zum angrenzenden Biathlonstadion, wo auch viele Skiroller unterwegs sind. Die Strecke ist anspruchsvoll, aber bietet wunderschöne Ausblicke auf Oslo. Es muss traumhaft sein, hier auf Skirollern oder Langlaufskiern unterwegs zu sein.

Dann stärken wir uns kurz im Womo, bevor es mit dem Bus (Linie 1b) hinunter in die Stadt geht. Normalerweise fährt auch die U-Bahn hierher (überirdisch und mit tollen Ausblicken). Aktuell ist aber der zentrale Umsteigebahnhof Majorstuen wegen großen Bauarbeiten gesperrt, so dass Busse als Schienenersatzverkehr eingesetzt werden. Das Ticket für Zone 1 gilt für eine Stunde ab Kauf (auch mit Umstieg) und kostet 44 NOK für Erwachsene und 18 NOK für Kinder bis 17 Jahre (Ruter App). An der Station Majorstuen steigen wir um in die S-Bahn und fahren bis zum Nationaltheater.
Von hier erreicht man in wenigen Minuten das Königliche Schloss. Weiter geht es zum Rathaus (wo sich unzählige Restaurants finden) und zur Festung Akershus. Dann erreichen wir eines der Wahrzeichen der Hauptstadt – die Oper. Vom Dach hat man einen wunderschönen und kostenlosen Ausblick über den Oslofjord. Am Bahnhof vorbei erreichen wir die Einkaufsmeile Karl Johans Gate, wo die Mädels viel Zeit verbringen.

Gegen 19 Uhr sind wir zurück am Womo. Wir werden hier oben übernachten (Parkplatz unterhalb Holmenkollen Kapell) und morgen geht’s wieder weiter. Oslo hat mich auch bei meinem zweiten Besuch begeistert.

Bewertung Stellplatz 2/5
Gefahrene Kilometer 49

Tag 9 – Samstag 9. August

Obwohl wir oben am Berg sind und um uns herum nur Wohngebiet liegt, war es leider sehr laut heute Nacht. Vor allem die Busse waren sehr deutlich und noch lange und schon wieder früh zu hören (alle 15min). Dafür mussten wir nach dem langen Tag in der Stadt gestern nicht mehr weiterfahren. Nach dem Frühstück schauen wir nochmal den Biathleten beim Training zu und fahren dann weiter.
Wir wollen nun endlich an die Westküste zurück. Nach einer Mittagspause in Nesbyen und einer langen Fahrt gelangen wir zum Übernachtungsplatz für heute: First Camp Gol – Hallingdal (Heradvegen, Gol). Der Campingplatz ist zweigeteilt durch die Straße. Leider ist nur noch ein freier Stellplatz im unteren Bereich nah an der Straße frei. Wir wollen aber nicht mehr weiterfahren und bezahlen für die Nacht 550 NOK. Mit unserer Ankunft beginnt es leider wieder zu regnen. Bis wir eingecheckt haben und Micha den Strom eingesteckt hat, sind wir beide schon komplett durchnässt. Und die nächsten Stunden regnet es weiter. Vor dem Schlafengehen können wir aber zumindest noch eine kurze Runde über den Platz drehen und stellen fest, dass im oberen Bereich des Platzes fast nur Dauercamper sind und die Straße auch dort zu hören ist.

Bewertung Stellplatz 2,5/5
Gefahrene Kilometer 170

Tag 10 – Sonntag 10. August

Wir wundern uns, dass dieser Platz so viele Dauercamper und gute Bewertungen hat (und letzte Nacht ausgebucht war), aber das ist natürlich Geschmacksache. Wir sind froh, dass der Straßenlärm heute Nacht zumindest erträglich war. Bei 10°C Außentemperatur ist es heute Morgen alles andere als gemütlich. Das war bisher die kälteste Nacht. Wir fahren weiter Richtung Geilo und in den Hardangervidda Nationalpark.
Der Regen begleitet uns und die Temperatur fällt immer weiter. Auf 1000m Meereshöhe haben wir nur noch 6°C. Dazu Nebel, Regen und stürmischen Wind. Die schöne Hochebene zeigt sich von ihrer unwirtlichsten Seite – sehr schade. Hier gibt es so viele Parkbuchten mit Aussicht, wo man übernachten könnte und wandern, aber bei diesem Wetter macht das keinen Sinn.

So fahren wir weiter zum Parkplatz des Vøringfossen. Hier gibt es spezielle Parkplätze für Wohnmobile, Wohnwagen und Busse, aber es ist trotz des schlechten Wetters unglaublich voll und wir haben Glück noch einen freien Platz zu ergattern. Nach dem Mittagessen besichtigen wir den Wasserfall.
Leider ist uns trockenes Wetter heute nicht vergönnt. Es gibt meherer Aussichtspunkte. Die Wege sind rutschig und matschig – zum Glück haben wir alle Wanderschuhe an, im Gegensatz zu vielen anderen Touristen. Der Vøringfossen ist einer der spektakulärsten Wasserfälle in Norwegen mit einer Fallhöhe von 182m. Auch bei schlechtem Wetter sehr beeindruckend und geradezu mystisch heute mit dem Nebel.

Auf dem Parkplatz könnte man auch kostenlos übernachten, aber es ist uns hier zu voll und ungemütlich. Obwohl wir heute schon lange gefahren sind – die Straße durch die Hardangervidda zieht sich ganz schön – fahren wir noch ein Stück weiter zum Sæbø Camping (Eidfjordvegen 151, 5784 Øvre Eidfjord). Wir bezahlen 530 NOK und haben freie Platzwahl auf der großen Wiese mit tollem Blick auf den Fjord. Das Rauschen des Wassers übertönt die Autos auf der Durchgangsstraße. Gefällt uns sehr gut hier. Wenn jetzt nur noch die Sonne rauskommen würde.

Bewertung Stellplatz 3,5/5
Gefahrene Kilometer 140

Tag 11 – Montag, 11. August

Heute haben die Mädels lange geschlafen und wir starten daher erst um 11 Uhr zur nächsten Etappe. Nach einem kurzen Fotostopp an der längsten Hängebrücke Norwegens – der Hardangerbrua, fahren wir durch einen Tunnel. Die meisten norwegischen Tunnel erinnern uns an Italien: unverputzt, dunkel, keine Fluchttüren. Hier gibt es gleich zwei Tunnel mit futuristischer Beleuchtung und Kreisverkehr im Tunnel. Cool!
Schon bald erreichen wir dann auch den nächsten Campingplatz: Voss Camping (Idrottsvegen 5, 5700 Voss). Der Stellplatz kostet 500 NOK pro Nacht. Früh kommen zahlt sich hier aus, denn es gibt nur wenige Stellplätze. Auch die Duschen und Toiletten sind überschaubar, aber top modern und ansprechend. Der Platz liegt direkt am See und neben einem Freibad. In wenigen Minuten erreicht man das Ortszentrum. Fußläufig erreichbar ist auch die moderne Seilbahn Voss Gondol. Mit dieser würden wir gerne fahren, aber es regnet mal wieder.

Getreu dem Motto: ‘es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung‘ machen wir trotzdem einen Spaziergang zur nahe gelegenen Schlucht Bordalsgjelet Gorge, die man auf einem schönen Waldweg in 2,5km vom Campingplatz aus erreicht. Es ist einiges los auf dem Parkplatz und der Weg beginnt spannend (und rutschig). Leider ist man in ein paar Minuten aber auch schon am Ende des Weges angelangt – nur ein kleiner Teil der Schlucht ist erschlossen. Sie ist schön, aber wir hatten uns mehr davon versprochen. Gut, dass die Mädels erst gar nicht mitgegangen sind – sie shoppen lieber im Einkaufszentrum (was sich aber als auch nicht wirklich lohnenswert erweist). Alles in allem keinen Stopp wert, aber Voss ist der erste größere Ort seit Tagen.
Schön ist es am See. Neben Spazierwegen gibt es einen tollen Spielplatz, eine Skateranlage und einen tollen Uferbereich mit Seezugang. Zudem das schöne Freibad (heute geschlossen) und ein kleines Hallenbad nebenan. Aufgrund des schlechten Wetters halten wir uns den Rest des Nachmittags und abends dann leider wieder drinnen auf.

Bewertung Stellplatz 4/5
Gefahrene Kilometer 60

Tag 12 – Dienstag, 12. August

Um 07:30 Uhr werden wir durch einen (Fehl-) Alarm beim Freibad unsanft geweckt. Dann kann man vor dem Frühstück ja noch eine Runde joggen gehen. Nachdem dann alle satt und geduscht sind, fahren wir weiter Richtung Norden. Für einen kurzen Fotostopp halten wir am breiten Kaskadenwasserfall Tvindevossen mit einer Fallhöhe von 110 Metern.
Unsere weitere Rote führt uns dann über Stahlheim nach Gudvangen, wo sich die Straße wunderschön durch enge Felsen schlängelt und überall Wasserfälle zu sehen sind. In Gudvangen halten wir, um einen Blick auf den berühmten Nærøyfjord zu werfen, der UNESCO Welterbe ist und die schmalste Fjord Klamm der Welt – mit 250 Metern Breite an der schmalsten Stelle. Die Felswände sind bis zu 2000 Meter hoch. Von hier aus verkehrt auch die Elektrofähre Future of the Fjords nach Flåm und Aurland. Die Fahrt von Gudwangen nach Flåm dauert 2 Stunden und würde für uns 2880 NOK (=240€) für die einfache Fahrt kosten. Da begnügen wir uns mit einem Blick vom Ufer auf die Fähre und das vor Ort ankernde Kreuzfahrtschiff. Es gibt hier auch ein Wikingermuseum. 250 NOK p. P. Eintritt ist es uns aber ebenfalls nicht wert. Zumal es schon wieder anfängt zu regnen.

So geht es mit dem Womo weiter nach Flåm. Auf einem Rastplatz am Wasser machen wir Mittagspause und checken dann auf dem Lunde Camping in Aurlandsvangen ein. Wir suchen uns ein Plätzchen am Ufer (es gibt freie Platzwahl) und markieren diesen mit einer Pylone, die wir an der Rezeption bekommen.
Dann fahren wir ein paar Kilometer zurück nach Flåm und parken auf dem Parkplatz am Ortseingang (60.8602, 7. 1068), von dem man in wenigen Gehminuten an der Flåmbahn ist. Es gibt einen großes Besuchszentrum, wo man Tickets für Schifffahrten, Bus und Bahnen kaufen kann. Es geht hier zu wie im Taubenschlag – kein Wunder, das ist einer der meistbesuchten Touristenorte in Norwegen. So gibt es auch nicht viel zu sehen, außer Souvenirshops, Bars und Restaurants sowie den Schiffanleger und Bahnhof mit kleinem Bahnmuseum. Die Flåmbahn soll eine der schönsten Zugstrecken der Welt sein und zieht entsprechend viele Besucher an. Sie fährt vom Ende des Aurlandfjords hinauf ins Hochgebirge zur Bahnstation Myrdal – in ca. einer Stunde von Meereshöhe auf 867 Meter. Sie hat eine durchschnittliche Steigung von 5% und führt durch 20 Tunnel und vorbei an Wasserfällen. Der Rückweg kann auch mit dem Rad zurückgelegt werden. Die einfache Fahrt pro Person kostet ab 510 NOK (Frühbucherpreis) – heute scheinen trotzdem sämtliche Fahrten ausgebucht zu sein. Den Ort Flåm muss man unserer Meinung nach nicht wirklich gesehen haben, aber für uns war es ein netter kleiner Zeitvertreib im Regen. Für den Parkplatz bezahlen wir für etwas mehr als 1,5 Stunden 37 NOK (ca. 3€). Bezahlt wird vor Ausfahrt am Automaten mittels Eingabe des Kennzeichens.
Zurück am Campingplatz ist mittlerweile alles voll. Vom Platz am Wasser haben wir bei diesem Wetter leider nichts und ziehen uns daher für die nächste Spielrunde ins Wohnmobil zurück.

Bewertung Stellplatz 2/5
Gefahrene Kilometer 75

Tag 13 – Mittwoch, 13. August

Der Tag startet wie gewohnt mit Regen, es soll aber besser werden. Wir möchten daher heute eine Wanderung zum Aussichtspunkt Stegasteinen hoch über dem Aurlandsfjord machen. Mit dem Wohnmobil könnte man ebenfalls hochfahren, aber die Strecke hat viele Spitzkehren und ist sehr eng. Das möchten wir uns mit unserem großen Fahrzeug nicht antun. Also parken wir nach dem Check-out am Hafen von Aurland (60.905568, 7.184346). 24 Stunden Parken kosten 200 NOK. Ganz schön teuer, aber wir haben ja keine Wahl.
Wir suchen den Wegweiser zur Wanderung und starten gegen 10:45 Uhr durch. Die Mädels kommen erfreulicherweise auch mit, so dass wir seit langem mal wieder zu Fünft wandern gehen. Der Weg geht stetig und steil bergauf, das Gelände ist unwegsam und führt über Waldwege, die mit Felsen durchsetzt sind. Auf halbem Weg liegt die Dagsturhytta, wo man eine Rast im Trockenen machen kann. Von hier aus hätte man eine erste schöne Aussicht auf Aurland und den Fjord, aber es liegt alles im dicken Nebel. Je weiter wir hochkommen, desto dichter wird die Nebelschicht und desto matschiger der Weg. Dafür ist er oben nicht mehr ganz so steil.
Nach knapp 700 Höhenmetern und 3 Stunden erreichen wir nach 3,6 Kilometern Aufstieg die Aussichtsplattform Stegasteinen – 650 Meter über dem Fjord gelegen. Diese ähnelt einer Sprungschanze und wir haben Glück, dass es zwischenzeitlich aufzieht und Teile des Fjords und der umliegenden Berge sichtbar werden. Mit dem Nebel bietet sich ein wunderschöner mystischer Anblick. Idylle findet man hier oben aber natürlich nicht. Auto an Auto und Reisebusse kämpfen sich den Berg zum Parkplatz hinauf. Auch mehrere Wohnmobile sind dabei. Da wir nun die enge in Natura Straße sehen, sind wir froh, nicht hier hoch gefahren zu sein. Wir machen erstmal Vesperpause und lernen dabei ein nettes Pärchen aus Schleswig-Holstein kennen, die auch hier hochgewandert sind. Außer uns scheinen das die einzigen Wanderer zu sein. Wir plaudern ein bisschen und besprechen den Abstieg.

Wir wollen nicht auf demselben Weg absteigen, da wir schon beim Hochwandern ständig ausgerutscht sind. Das ganze bergab ist uns zu gefährlich. Auf der Straße hinunter zu laufen ist auch keine Option – viel zu schmal und zu stark befahren. Es gibt aber zum Glück noch eine dritte Möglichkeit vorbei am Turli Wasserfall. Diesen wollen wir ausprobieren.
Er startet etwas oberhalb des Parkplatzes und führt das erste Stück als Schotterweg an Wohnhäusern vorbei. Plötzlich stehen wir an einem Feld und wissen nicht mehr, wie es weiter geht. Zum Glück ist der Bauer zufällig da und weist uns den Weg. Dieser führt allerdings querfeldein durch eine Rinderherde. Wir vergewissern uns deshalb nochmals, ob wir hier richtig sind und stapfen dann in der Traktorspur weiter. Dabei kommen wir der Herde mit mehreren Kälbern und dem bedrohlich aussehenden Ochsen ziemlich nah. Selbst Micha ist angespannt. Die Tiere wollen aber zum Glück nichts von uns wissen und lassen uns unbehelligt vorbeilaufen. Eher zufällig entdecken wir dann endlich wieder die rote Markierung an einem Baum.
Ab jetzt geht es weiter auf schmalen, felsigen Pfaden. Mehrmals rutschen wir aus – zum Glück ohne Blessuren. Als wir ein Wasserfall überqueren müssen, rutscht Sofia dann allerdings aus und landet im Wasser. Hose und Schulen sind komplett durchnässt und wir haben noch ein gutes Stück vor uns. Zum Glück ist ihr aber nichts passiert. Der Weg ist extrem anstrengend zu laufen und führt lange Zeit in die vermeintlich falsche Richtung. Irgendwann entdecken wir dann von oben den Campingplatz von letzter Nacht und merken wie groß unser Umweg tatsächlich ist. Aber es nützt nichts, wir müssen weiter, denn einen Abzweig gibt es nicht. Endlich kommt die ersehnte Kehre und es geht in die richtige Richtung.
An einem schönen Aussichtspunkt machen wir nochmal Rast (Bänke sehen wir auf der gesamten Strecke nur zwei).
Plötzlich taucht das Paar aus Schleswig-Holstein hinter uns auf. Es hat denselben Weg für den Abstieg gewählt und war zwischenzeitlich froh, uns immer wieder vor sich zu hören, um zu wissen, dass sie noch richtig sind. Gemeinsam steigen mit den letzten Kilometer ab und kommen unverhofft noch an einem Highlight vorbei – ein riesiger Wasserfall und das ganz ohne Touristen. Wir werden ordentlich nass, aber trocknen schnell wieder in der Sonne, die endlich scheint. Nachdem wir eine Brücke überquert haben und weiter über Stock und Stein klettern müssen, kommen wir endlich wieder in Aurland an und verabschieden uns am Sportplatz von den netten Campern.

Am Womo angekommen wärmt uns die Sonne und es zeigt sich ein traumhafter Rundumblick auf den Fjord und die Berge. Endlich zeigt sich uns das wunderschöne Fjordnorwegen. Gerne würden wir nun hier noch in der Sonne sitzen, etwas essen und übernachten. Wir sind allerdings total verschwitzt und brauchen dringend eine Dusche. Wir waren rund 13km und 6 Stunden unterwegs. Dazu kam die unwegsame Strecke und die vielen Höhenmeter. Es ist deshalb auch schon nach 18 Uhr und wir müssen dringend weiter zum einen Campingplatz (bisher war bis zum Abend nämlich jeder Campingplatz ausgebucht).
Der letzte Platz hat uns nicht so gut gefallen, deshalb fahren wir nochmals 30 Kilometer weiter. Dabei passieren wir den Lærdalstunnelen, den längsten Straßentunnel der Welt mit 24,5km Länge (zum Vergleich: der längste Tunnel der Alpen, der Gotthard Tunnel, ist läppische 16,9km lang). So verbringen wir den sonnigen Abend in einem dunklen Tunnel. In Lærdal fahren wir zum Campingplatz Lærdal Ferie- og Fritidspark (Grandavegen 5, 6887 Lærdal), wo wir zum Glück trotz der fortgeschrittenen Stunde noch ein freies Plätzchen bekommen. Als ADAC Mitglied gibt es sogar Rabatt. Wir bezahlen 430 NOK. Luki entdeckt sogleich, dass es hier Moon-Cars gibt, die wir schon aus Dänemark kennen. Sie kosten 70 bis 120 NOK pro Stunde. Den Rest des Abends sehen wir ihn daher nur noch, wenn er uns einen Transportservice über den Platz oder zu den Waschhäusern anbietet. Die Sonne ist hinter den Bergen verschwunden, bis wir richtig angekommen sind, aber nach einer ausgiebigen Dusche sitzen wir heute trotzdem noch lange draußen.

Bewertung Stellplatz 4/5
Gefahrene Kilometer 36

Tag 14 – Donnerstag, 14. August

Der Tag begrüßt uns mit Sonnenschein und milden Temperaturen – endlich! Micha startet zu einer Radtour auf der Schneestraße, die von hier in 40km über das Aurlandsfjellet nach Aurlandsvangen zurück führt. Wir haben gestern den bequemen Weg durch den Tunnel gewählt, diese Route wäre die Alternative gewesen. Die Tour ist sehr anstrengend und es geht stetig bergauf. Irgendwann dreht er um, sonst wäre er irgendwann wieder am Stegasteinen raus gekommen. Bis er zurück ist, kommen 30km Strecke und 1000 Höhenmeter zusammen.

Wir chillen zwischenzeitlich in der Sonne und schauen uns am Mittag das unter Denkmal stehende Gamle Lærdalsøyri mit 170 Holzhäusern aus dem 18. Und 19. Jahrhundert an. Einige sind noch bewohnt, in anderen gibt es kleine Hotels, Cafés oder Geschäfte. Die Mädels füllen noch unsere Vorräte im Supermarkt auf. Der Campingplatz liegt direkt am Ende des Sognefjord, dem längsten (205 km) und gleichzeitig tiefsten (1303m)  Fjord Europas (weltweit auf Platz 2). Obwohl wir so weit weg sind vom Meer (oder gerade deshalb?) spürt man die Gezeiten hier sehr deutlich. Durch die vielen Zuflüsse der Bäche und Gletscher ist der Salzgehalt des Wassers nur noch sehr gering hier. Luki genießt noch den Fahrzeug- und Bewegungsparcours für Kids, wir machen Pizza und sitzen noch lange draußen. Der erste regenfreie Tag in Norwegen – juhu!

Tag 15 – Freitag, 15. August

Heute Nacht hat es wieder ein bisschen geregnet, aber zum Frühstück bleibt es trocken. Die Nacht war mild und wir haben alle geschwitzt. Jasmin geht noch eine Runde joggen und um 10 Uhr starten wir wieder durch. Ein kurzer Abstecher führt uns nach Borgund zur best erhaltenen Stabkirchen Norwegens aus dem Jahr 1180. Der Eintritt kostet 300 NOK (Familie). Leider regnet es kurz nach unserer Ankunft schon wieder in Strömen. Von außen ist die Kirche sehr schön, allerdings ist sie im Innern sehr klein und dunkel. Nach nur 2 Minuten stehen wir schon wieder draußen. Es riecht streng nach Teer, da das Holz der Kirche alle paar Jahre auf diese Weise – wie auch zu alten Zeiten – konserviert wird. Das Holz verfault nicht, da die Kirche auf einem Steinsockel gebaut wurde.
Lohnenswert ist die kleine Ausstellung im Besuchszentrum, wo man alles Wissenswerte über die Geschichte der Stadtkirchen erfährt. Es gab ähnliche Kirchen auch in anderen Ländern, aber nur in Norwegen sind sie noch erhalten. Von ehemals 2500 Stabkirchen gibt es heute nur noch 28. Eine Stabkirche konnte aus bis zu 2000 Bauteilen bestehen. Die Konstruktion – das Stabwerk – wurde auf dem Boden zusammengefügt und anschließend aufgerichtet.

Nach der Besichtigung fahren wir zurück zum Sognefjord, wo es nun mit der Fähre weiter geht. Wir setzen das kurze Stück von Fodness nach Manheller über. Das Kennzeichen wird erfasst und der Betrag dann später in Rechnung gestellt. Wir haben für die Autobahn- und Fähre eine AutoPass Vereinbarung abgeschlossen und bekommen deshalb sowohl einen Rabatt, als auch eine elektronische Abrechnung für die Maut- und Fährgebühren. Wieviel die Überfahrt regulär kostet, erfährt man erstmal nicht. Die Fähre pendelt ständig zwischen beiden Orten hin und her und fährt fast geräuschlos. Man kann in seinem Fahrzeug bleiben oder an Deck gehen, wo es ein kleines Bistro und Sitzmöglichkeiten gibt.
Nach dem Anlegen fahren wir weiter entlang des Fjords auf dem kleinen Campingplatz Lyngmo Gjestehus og Camping (Lyngmo 21, Hafslo) am See Hafslovatnet. Es gibt einige Stellplätze direkt am Wasser, wovon wir einen ergattern können. Nachdem wir gevespert haben, brechen wir zu unserer nächsten Wanderung auf. Die Mädels bleiben auf dem Campingplatz, denn es gibt hier einen kleinen Aufenthaltsraum mit Sofas, Brettspielen und kostenlosen WLAN.

Wir 3 verbliebenen fahren ein paar Minuten weiter zum Wanderparkplatz Parking Krossen (61.333198, 7.271667). Das letzte Stück verläuft auf einer Schotterstraße, ist aber auch für Womos gut machbar. Wir wollen auf den Bergen Molden wandern. Vom Parkplatz geht es stetig bergauf, aber noch human. Der Weg verläuft zuerst durch den Wald über Wurzeln und Steine. Je weiter wir kommen, desto schmaler und steiniger wird er und irgendwann lichtet sich der Wald. Erst gibt es noch vereinzelte Birken, dann haben wir die Baumgrenze erreicht und es geht nur noch über blanken Fels. Zum Teil ist es matschig, aber man kann gut laufen.
Das letzte Drittel hat es dann nochmal richtig in sich und es geht ziemlich steil bergauf. Der Weg zieht und zieht sich. Immer wenn man denkt, man ist oben angekommen, zeigt sich eine weitere Kuppe, die man noch bezwingen muss. Zudem weht hier oben ein eisiger Wind. Die Sonne, die sich zwischenzeitlich mal gezeigt hatte, ist leider hinter dunklen Wolken verschwunden. Die Aussicht ist trotzdem wunderschön.
Irgendwann erreichen wir endlich den Gipfel auf 1116m, der mit einer Steinpyramide markiert ist. Die beste Aussicht zeigt sich aber von den Funkmasten auf der anderen Seite des Plateaus. Hier hat man einen tollen Blick auf den Lustra- und Gaupnefjord. Leider ist der Himmel nun komplett schwarz und die ersten Tropfen fallen schon. Wir haben Sorge, dass Nebel aufzieht beziehungsweise der Abstieg durch Platzregen gefährlich wird, also schauen wir, dass wir schnellstmöglich wieder runter vom Berg kommen. Es ist auch ziemlich kalt hier oben. Es tröpfelt einige Zeit, aber wir bleiben vom großen Regen zum Glück verschont.
Nach 4 Stunden, 600 Höhenmetern und circa 9 km Wegstrecke sind wir zurück am Parkplatz. Die Wanderung war wieder sehr anstrengend und auf dem Rückweg auch deutlich rutschiger als beim Aufstieg, aber es hat sich wieder sehr gelohnt.

Zurück am Stellplatz sind wir froh, dass wir heute Mittag schon da waren. Mittlerweile ist nämlich jeder Platz ringsum belegt, auch die „Not“-Plätze. Wir fahren gemütlich zu unserem reservierten Stellplatz ganz vorne am Wasser. Die Mädels haben den Mittag über gechillt, Sofia fühlt sich allerdings schlapp und hat Ohren- und Halsweh bekommen. Wir kochen noch gemeinsam, dann verabschiedet sie sich früh ins Bett. Wir anderen spielen noch Tischtennis im Gemeinschaftsraum und Karten und werden von dem kleinen Mann mal wieder haushoch geschlagen.

Bewertung Stellplatz 4,5/5
Gefahrene Kilometer 58

Tag 16 – Samstag, 16. August

Wir haben sehr gut geschlafen und gönnen uns heute für 110 NOK p.P. das Frühstück im Haupthaus. Es gibt hier auch Zimmer zu mieten und kleine Ferienhäuschen. Das Buffet erinnert uns ein bisschen an eine Jugendherberge, aber es ist von allem etwas da und mal wieder eine Abwechslung. Luki freut sich über die Waffeln.
Gut gestärkt fahren wir dann ein Stück weiter und biegen dann auf eine 30km lange Straße zum Nigardsbreen ab, einer Gletscherzunge des Jostedalsbreen – der größte Gletscher des europäischen Festlands (478km²). Am Ende der Straße kommt ein Parkplatz mit Museum und Infozentrum. Hier parken die meisten. Wir fahren aber noch ein Stückchen weiter zum Nigardsbreen parkeringsplassen (61.672101, 7.235018), der nur über eine gebührenpflichtige Straße erreicht werden kann (90 NOK, zahlbar bei der Ausfahrt am Automaten). Dafür ist die Wanderung zum Gletscher 3km kürzer, wofür wir später noch dankbar sein werden.
Vom Parkplatz erreicht man den Gletscher in 3km oder kann das schwierigste Wegstück mit einer Bootsfahrt umgehen. Wir wandern natürlich die gesamte Strecke. Der Weg ist wie immer sehr abwechslungsreich. Anfangs muss über große Felsen geklettert werden, dann wird der Weg etwas einfacher und zum Schluss geht es wieder schwieriger über Felsen bergauf. Die Wanderung zieht sich, ist aber für Jeden, der gut zu Fuß ist, machbar. Für den Hinweg brauchen wir knapp 1,5 Stunden. Der Rückweg geht etwas schneller. Die beste Aussicht auf den Gletscher und seinen Fluss bietet sich von der großen Brücke. Als wir endlich oben sind, ist die türkise Farbe des Gletschers sehr beeindruckend, aber man kommt nicht ganz hin.
Nur mit den geführten Touren (zu buchen am Infozentrum) gelangt man direkt auf den Gletscher. Ohne erfahrenen Führer ist das Begehen der Gletscherzunge auch viel zu gefährlich, da sich tiefe Felsspalten auftun können. Wir begnügen uns mit dem Blick von weiter weg. Hier ist die Luft trotzdem eisig und man spürt die Kälte des Gletschers deutlich. Zurück geht es auf demselben Weg. Nach knapp 2,5h sind wir wieder am Parkplatz und fahren nach einer kleinen Stärkung zurück zur Hauptstraße.

Die Straße führt anfangs noch am Sognefjord entlang und wird dann nach kurzer Zeit immer schmaler und geht in die Landschaftsroute Sognefjellsvegen über, der höchsten Passstraße Nordeuropas. Nach einigen Kilometern lassen wir dann endgültig den Fjord, der uns die letzten Tage begleitet hat, hinter uns. Die Straße führt nun in vielen Serpentinen und Höhenmetern beständig bergauf und die Temperatur fällt ruck zuck. Die Landschaft ist karg, die Baumgrenze haben wir schon hinter uns. Die Felsenlandschaft ist bedeckt von Moosen und Flechten und überall sieht man Schneefelder und Gletscherspuren. Die Straße verbindet Gaupne und Lom auf 108 Kilometern.
Auf 1600m Höhe suchen wir uns einen Übernachtungsplatz. Eigentlich wollten wir noch weiter bis zur Sognefjellshytta fahren, den höchsten Punkt der Passstraße auf 1434m, aber wir sehen, dass sich weiter oben schon Nebel bildet und sind zudem auch schon lange genug unterwegs. Also bleiben wir auf einem Rastplatz in 1160m Höhe mit Aussichtspunkt und beheizter Toilette stehen (Øvre Oscarshaug Rasteplass – 61.5091, 7.8188). Der Platz hat eine schöne Rundumsicht – auch vom kleinen Aussichtspunkt aus. Nach einem tollen Tag, bei dem uns auch das Wetter wohlgesinnt war, bleiben wir also für diese Nacht hier.

Bewertung Stellplatz 4/5
Gefahrene Kilometer 82

Tag 17 – Sonntag, 17. August

Die Nacht war sehr ruhig, aber auch ziemlich kalt. Wir haben die Heizung deshalb durchgehend auf kleiner Stufe laufen lassen. Um uns herum sind auch einige Zelte in der Landschaft verstreut. Diese freuen sich heute Morgen über das beheizte Waschhaus und über den Sonnenschein. Gestern Abend waren die die höheren Berge noch in den Wolken verschwunden. Heute Morgen zeigt sich nun das ganze imposante Bergpanorama mit Schneebedeckten Gipfeln – traumhaft. Wir sind schon früh oben am Aussichtspunkt und haben ihn noch für uns alleine.
Den morgendlichen Kaffee trinken wir heute noch ein paar Kilometer weiter oben auf der Passhöhe an der Sognefjellshytta (allerdings kostet die kleine Tasse Filterkaffee stolze 4€.) Hier im Jotunheimen Nationalpark liegen die höchsten Berge Norwegens, unter anderem der Galdhøpiggen (2469m hoch) und mehrere Gletscher. Wir wandern heute aber nicht schon wieder, sondern genießen das Panorama an den Rastplätzen und während der Fahrt. Die Landschaftsroute bietet hier jede Menge beeindruckende Aussichten und ist für uns ein Must-See.

Kurz vor Mittag erreichen wir wieder die Zivilisation im Lom und sind überrascht, wieviel hier los ist. Richtig trubelig im Vergleich zu den letzten Tagen. Viel los ist auch im Bäcker mit zugehörigem Café, wo wir uns leckere Boller mit Zimt und Kardamon kaufen (5 Teilchen 20€). Da wir hier anhalten, laufen wir auch noch die paar Meter zur hiesigen Stabkirche, die deutlich größer ist als die in Borgund.
Ein Blick von außen reicht uns heute, denn wir wollen schnell weiter zum nächsten Übernachtungsplatz: Dønfoss camping (Nordberg Solside 964, 2693 Nordberg). Wir haben freie Platzwahl im unteren Bereich und wählen Platz 206. Wir bezahlen günstige 470 NOK inklusive Strom und Wasseranschluss und haben einen riesigen Stellplatz. Die Sonne scheint fast ungehindert, nur der Wind trübt noch etwas das Wärmeempfinden. Die Ausstattung des Campingplatzes bietet alles, was das Herz begehrt. Ein super modernes Waschhaus und mehrere Spielplätze. Dazu liegt der Platz direkt am rauschenden Fluss – sehr sehr schön.
Einer der besten Plätze, auf denen wir bisher waren und das Preis-/Leistungsverhältnis stimmt auch. Wer möchte kann auch ein kleines in die Felsen gehauenes Freibad nutzen (gegen Gebühr). Wir genießen den restlichen Tag draußen vor unserem Wohnmobil, bis es um 21 Uhr dann zu kühl wird.

Bewertung Stellplatz 5/5
Gefahrene Kilometer 92

Tag 18 – Montag, 18. August

Wir haben wunderbar und lange geschlafen. Der Morgen empfängt uns mit strahlendem Sonnenschein und es ist angenehm warm beim Frühstück draußen. Sehr gerne würden wir noch eine weitere Nacht hier bleiben und den ganzen Tag die Sonne genießen, aber wir wollen das schöne Wetter heute nutzen und weiterfahren nach Geiranger, da es ab morgen wieder schlechter werden soll. Die Fahrt dorthin führt uns durch herrliche Berglandschaft und vorbei am Abzweig zum Aussichtspunkt Dalsnibba auf knapp 1500 Metern. Er ist nur über eine mautpflichtige Straße zu erreichen – Kostenpunkt 300 NOK. Nein danke. Ein paar Meter weiter sind wir dann froh, dass wir nicht zum Aussichtspunkt abgebogen sind, denn wir sehen nun, dass eine dicke Nebel Schicht über dem Fjord liegt. Von oben hätten wir Geiranger gar nicht sehen können.
Nachdem wir etwas weiter runter fahren lichtet sich der Nebel zum Glück etwas und wir erreichen den Aussichtspunkt Flydalsjuvet (62.090109, 7.223210) mit dem berühmten Postkartenblick auf Geiranger. Mit dem großen Costa Kreuzfahrtschiff im Hafen sieht es auch ohne Sonne beeindruckend aus, wobei wir dem Kreuzfahrttourismus in den Fjorden skeptisch gegenüberstehen. Wir sehen auch, dass der Ort genau wie Flåm nicht besonders groß und wir können uns schon vorstellen, wie es im Zentrum zugehen wird. Auch hier am Aussichtspunkt kommt wieder ein Reisebus nach dem anderen an. Wir haben Glück, überhaupt einen Parkplatz zu bekommen.
Anschließend legen wir die letzten Meter bergab nach Geiranger zurück und werden bestätigt: Massen von Touristen, Souvenirshops und sonst gibt es nicht viel. Wir sind froh, schnell wieder hier raus zu sein und bei dem kalten Wind, 13°C Außentemperatur und der fehlenden Sonne brauchen wir auch nicht zu überlegen, mit dem Schiff zu fahren. Viel zu ungemütlich und keine schöne Sicht. Die Fähre durch den Geirangerfjord bis nach Hellesylt hätte für uns 5 mit dem Wohnmobil auch stolze 2810 NOK (=240€) gekostet – für eine Stunde Fahrt. Auch ein Ausflugsschiff würde zirka 600 NOK p.P. kosten. Die Preise in Norwegen sollten uns mittlerweile eigentlich nicht mehr überraschen, zumal der Geirangerfjord einer der bekanntesten Fjorde ist und Unesco Welterbe.
Also schnell weiter und schon folgt die nächste kurvige Straße -die Adlerstraße Ørnevegen. 15 Spitzkehren mit 8-12% Steigung. Bei jeder Kehre bieten sich nochmal schöne Ausblicke auf den Fjord, vor allem vom Aussichtspunkt Ørnesvingen.

Wir befinden uns nun auf der Landschaftsroute Geiranger-Trollstigen. Die Straße führt schon bald wieder zu einer kleinen Fjord Fähre (Eidsdal – Linge), mit der wir um 13:00 Uhr ans andere Ufer übersetzen. In Linge machen wir Mittagspause am Fjord auf einem großen Parkplatz mit Picknickbänken. Eigentlich wollten wir uns hier einen Campingplatz suchen, aber das Wetter ist weiter wenig einladend, obwohl laut norwegischer Wettervorhersage (yr.no) heute den ganzen Tag die Sonne scheinen sollte. So fahren wir lieber noch ein Stück weiter und nehmen noch eine weitere spektakulärer Straße mit.
Bevor wir diese aber erreichen, vertreten wir uns noch etwas die Beine am Gudbrandsjuvet, einem Wasserfall, der durch eine kleine Schlucht rauscht. Anschließend ist es auch nicht mehr weit bis zum Trollstigen, der berühmten Straße mit ihren 11 Haarnadelkurven. Leider wird es immer nebliger und kaum sind wir am Aussichtspunkt angekommen ist die Sicht gleich Null. Aussteigen sinnlos. Also fahren die Straße direkt nach unten. Sie ist extrem eng in den Kurven und Micha ist froh, als wir endlich unten sind. Heute sind wir auch schon mehr als genug kurvige Straßen gefahren.

Dann erreichen wir schließlich Åndalsnes, die „Alpenstadt“ am Romsdalfjord. Von den Bergen ringsum ist aber weit und breit nichts zu sehen – alles im Nebel verschwunden. Wir übernachten direkt am Fjord (62.567307, 7.696738) neben dem Bahnhof und der Talstation der Romsdalsgondolen, eine der längsten und steilsten Seilbahnen Norwegens. Sie verschwindet ins neblige Nirgendwo. Nachdem wir gekocht haben, ist die Sicht etwas besser und man sieht zumindest die Bergstation. Allerdings geht die Seilbahn gar nicht so weit hoch, wie wir dachten. Morgen wollen wir hoch zum Aussichtspunkt Rampestreken – mal schauen, was der neue Tag bringt

Bewertung Stellplatz 2/5
Gefahrene Kilometer 153

Tag 19 – Dienstag, 19. August

Über Nacht sind 2 große Kreuzfahrtschiffe in den Fjord eingelaufen und nun ist ganz schön was los. Ausflugsbusse stehen bereit, der Zug Golden Train startet zu seiner Reise durch das Romsdal und die Seilbahn nimmt schon ganz früh ihren Betrieb auf. Das alles in nächster Nähe zu uns – spannend. Ich möchte auch gerne Seilbahn fahren, aber außer Luki kann sich niemand so recht dafür begeistern. Das Wetter ist mal wieder unbeständig und verspricht in Kürze Regen – so lohnt sich auch die Wanderung zum Aussichtspunkt nicht. Also geht es für uns wieder weiter. Wir haben mit der Easy Park App 200 NOK für die Übernachtung bezahlt. Richtig überzeugt hat uns Åndalsnes leider nicht. Bei Sonnenschein heute morgen aber schon deutlich einladender.
Ein kurzer Abstecher führt uns nun zur Trollvegen, eine bei Kletterern berühmte 1800m hohe Steilwand, die aber – mal wieder – größtenteils im Nebel hängt.

Weiter geht es nun Richtung Molde. Unterwegs finden wir die zweite günstige Tankstelle dieser Reise und bezahlen 18,99 NOK pro Liter. Unser Ziel ist der Kviltorp Camping (Fannestrandvegen 140, 6419 Molde), wo wir uns erstmal ein schönes Plätzchen direkt am Fjord suchen und Mittagessen. Mit einer Pylone markieren wir unseren Platz in der ersten Reihe und fahren dann ins Zentrum von Molde auf einem Parkplatz beim Sportplatz (62.7395, 7.1543). Von dort ist man in wenigen Minuten unten am Hafen, wo gerade ein großes Schiff vor Anker liegt. Das ist die erste größere Stadt seit Langem. Die Mädels shoppen im Einkaufszentrum und wir spazieren entlang der Promenade und schauen uns die Rosen auf dem Dach des Rathauses an. Man nennt Molde auch die Stadt der Rosen – allerdings hatten wir uns hier mehr erwartet.

Zurück am Womo fahren wir noch zum bekannten Aussichtspunkt der Stadt: Varden. Die Straße ist nicht durchgängig befestigt und daher stellenweise grenzwertig zu fahren. Micha wundert sich, wohin ich ihn wieder navigiere und kann kaum glauben, dass hier auch Busse hochfahren sollen. Aber oben findet sich dann tatsächlich auch einer der besagten Busse mit Kreuzfahrttouristen. Bei schöner Sicht hat man von hier einen Ausblick auf 222 Berge und den Fjord. Heute lässt sich dies leider nur erahnen, aber der Abstecher lohnt sich trotzdem. Den Rest des Tages verbringen wir auf dem Campingplatz. Bis auf ein paar Tropfen ist es heute trocken geblieben, wenn auch sehr frisch und wechselhaft.

Bewertung Stellplatz 3,5/5
Gefahrene Kilometer 77

Tag 20 – Mittwoch, 20. August

Um halb 7 werden wir durch Fluglärm wach – direkt nebenan ist ein kleiner Flughafen, wo aber nur ein paar wenige Flugzeuge pro Tag von uns nach Oslo oder Bergen starten. Gestern Abend fanden wir das ganz spannend, heute Morgen ist es aber doch noch etwas zu früh, um uns dafür zu begeistern. Nach dem Frühstück starten wir zur nächsten Etappe und werden damit den nördlichsten Punkt unserer Reise erreichen: die Atlantikstraße, eine 8234m lange Straße über Schären und Brücken zwischen Kårvåg und Vevang.
Leider ist es heute eisig kalt und es regnet in Strömen – noch schlechter kann es im Sommer eigentlich nicht sein. Trotzdem möchte ich die Straße sehen, wenn wir schon mal hier sind. Und da bin ich nicht die Einzige – es wimmelt an jeder Haltemöglichkeit von Bussen und Touristen. Wie wird es hier bei schönem Wetter zugehen? Wir sparen uns bei diesem Wetter daher das Aussteigen – heute kann die Straße leider nicht so wirklich ihren Charme entfalten.

Am Ende der Straße drehen wir um und fahren auf demselben Weg zurück nach Molde, verlassen den Ort dann aber mit einer anderen Fähre (Molde – Vestnes). Das ist die bislang größte Fjordfähre und die längste Überfahrt.
Weiter geht es Richtung Süden nach Ålesund, eine von zahlreichen Inseln umgebene Hafenstadt mit 67.000 Einwohnern. Wir parken am Wohnmobil-Stellplatz Hjelsetgården bobilparkering (Sorenskriver Bulls gate 29). Von hier aus ist man in wenigen Minuten im Zentrum und im Hafen von Ålesund. In der Altstadt gibt es viele bunte Häuser im Jugendstil, zahlreiche Geschäfte und eine Auswahl an Restaurants. Die Mädels gehen shoppen und wir beobachten eine „AIDA“ beim Auslaufen.
Wir nutzen hier die Möglichkeit, mal essen gehen zu können und finden ein leckeres und bezahlbares Thai Restaurant. Man bestellt und bezahlt über einen QR Code und bekommt dann alles an den Tisch geliefert. Getränke kann man an der Theke selbst holen. Zurück bummeln wir am Wasser entlang und können auch noch ein Schiff der ‚Hurtigruten‘ sehen. Mit im Hafen liegt auch „Mein Schiff“ – nun haben wir bald alle Reedereien gesehen. Kein Fjord ohne Kreuzfahrtschiff(e). Pünktlich zum Sonnenuntergang sind wir dann wieder am Womo.

Bewertung Stellplatz 3/5
Gefahrene Kilometer 189

Tag 21 – Donnerstag, 21. August

Wir haben gut geschlafen. Die Lage des Platzes ist zentral, aber ruhig. Und man kann wunderbar Schiffe beobachten. 24 Stunden kosten 375 NOK inkl. Dusche und WC. Wir verlassen den Platz nach dem Frühstück und fahren zum Parkplatz des Atlanterhavsparken (Tuenesvegen 200, Ålesund), dem modernsten Aquarium Norwegens (Erw 250 NOK, Kinder 120). Um halb 10 ist noch wenig los und wir können gleich die Otterfütterung und anschließend die Pinguine im Außengehege besuchen. Ein sympathischer Norweger erklärt uns dazu allerhand auf Englisch. Die Becken sind mit Salzwasser gefüllt und scheinen großzügig zu sein. Nach den Fütterungen sind wir froh, in den Innenbereich zu kommen, denn es ist mal wieder regnerisch und kalt.
Innen gibt es neben vielen Fischen Dutzende interaktive Stationen für die ganze Familie. Und ein kleines Kino. Zwischendurch fällt der Strom aus, aber die Mitarbeiter schaffen es relativ schnell, alles wieder hochzufahren. Von allen Aquarien, in denen wir bisher waren, ist dies hier das schönste und lohnt sich auf jeden Fall. Wir haben mehr als 2 Stunden hier verbracht.

Anschließend parken wir noch eine Stunde im Hafen. Heute liegt die „Queen Mary 2“ vor Anker. Ein Passagier spricht uns an und fragt, ob wir wirklich den weiten Weg von Süddeutschland (er erkennt unser Kennzeichen) hergefahren sind. Wir unterhalten uns kurz und wollen dann noch die Aussicht vom Hausberg Aksla auf die Stadt und die zahlreichen Inseln genießen. Es führen diverse Spazierwege mit 418 Treppenstufen bis ganz nach oben. Ich passe aufgrund meiner Höhenangst nach 120 Stufen, aber die 2 Männer klettern bis ganz nach oben und haben einen wunderbaren Ausblick.

Nun wollen wir noch etwas Strecke machen. Zuerst geht es dazu mal wieder auf eine Fähre (Solavågen – Festøya). Weiter geht es auf der Autobahn (bei der mir mal wieder niemand im Womo glaubt, dass es tatsächlich eine Autobahn ist) gen Süden zum Sande Camping (Lodalsvegen 493, 6789 Loen) am See Lovatnet, einer Empfehlung meines Bruders, wo wir den letzten freien Stellplatz ergattern können.
Bei unserer Ankunft strahlt uns der See noch türkis entgegen, kaum haben wir eingeparkt, regnet es aber schon wieder. Ruckzuck ist alles ringsum grau in grau. Eigentlich sollten wir von hier eine schöne Aussicht auf einen Gletscher haben – eigentlich. Irgendwie haben wir meist Pech mit dem Wetter. So beenden wir den Tag mal wieder drinnen. Und meine Familie lässt seit Tagen keinen Zweifel daran, dass sie vom unbeständigen Wetter in Norwegen nun wirklich genug hat.

Bewertung Stellplatz 3/5
Gefahrene Kilometer 150

Tag 22 – Freitag, 22. August

Heute Nacht hat es ohne Unterbrechung in Strömen geregnet. Ich hatte ernsthaft Sorge, dass es den Untergrund unter uns weg spült und wir im See landen. Heute Morgen haben wir 4 Grad Außentemperatur und somit den absoluten Tiefstwert erreicht. Anlass für meine Familie endgültig zu beschließen, Norwegen früher als geplant zu verlassen. Ein Anruf bei der Fährgesellschaft zeigt, dass wir für 80€ Umbuchungsgebühr am Dienstag zurückfahren könnten. Dafür haben wir aber nur eine 4-Bett Kabine und einen Ruhesessel, nicht wie ursprünglich gebucht eine große Kabine für 5 Personen. Diese sind für die nächste Woche komplett ausgebucht. Die anderen wollen das in Kauf nehmen, also bin ich überstimmt und wir buchen um. Ich bin sehr traurig, weil ich gerne noch mehr von Norwegen gesehen hätte, aber ich kann das ein Stück weit natürlich auch verstehen. Es ist einfach zu nass und zu kalt und wir halten uns deutlich mehr drinnen auf als draußen. Also werden wir die Fähre eine gute Woche früher nehmen als geplant.
Heute wollen wir noch etwas Strecke machen, denn unterwegs zeigt sich das gewohnte Bild: Die meiste Zeit Regen, mal kurzzeitig Sonnenschein – bergauf und bergab und kilometerweise Seen und Fjorde. Auf den höheren Bergen sieht man Neuschnee. Als wir wieder einmal eine Passhöhe überqueren, haben wir die Baumgrenze erreicht, obwohl wir nur auf 600 Meter Meereshöhe sind. Aufgrund der niedrigen Temperaturen ist die Baumgrenze hier meist viel niedriger als zum Beispiel in Deutschland.
Die Mittagspause wollen wir an einem Rastplatz am See verbringen, aber bei 10°C und Regen zieht es uns nur kurz nach draußen. Schade, die Landschaft ist traumhaft schön. Die nächste Fähre bringt uns von Lavik nach Oppedal. Wir fahren anschließend noch weiter bis Matre und übernachten auf einem kleinen Schotterplatz am See (60.8397, 5.5906). Das erste Mal stehen wir tatsächlich eine Nacht ganz alleine. Anfangs hört man noch die nahe Straße, das lässt aber am Abend nach und dann ist es sehr ruhig hier.

Bewertung Stellplatz 3/5
Gefahrene Kilometer 210

Tag 23 – Samstag, 23. August

Wir haben gut geschlafen, allerdings war es heute Nacht wieder eisig. Ohne Heizung ging es die letzten Tage überhaupt nicht mehr. Aber heute Morgen scheint die Sonne, das gibt gleich ein besseres Gefühl. Dieses begleitet uns auch auf den letzten Kilometern bis Bergen – wir fahren noch etwas mehr als eine Stunde dorthin.

Angekommen parken wir neben dem offiziellen Womo-Stellplatz Mindemyren Bobilparkering (Minde allé 39, 5068 Bergen) für 299 NOK/24h. Direkt nebenan fährt die Bahn Linie 2 alle 10min ins Zentrum: 49 NOK einfache Fahrt pro Erwachsener (bei jedem Vollzahler können Kinder bis 18 Jahre kostenlos mitfahren). Wir lösen sicherheitshalber ein 24h Ticket für 123 NOK. Da die Innenstadt überschaubar ist, reicht aber prinzipiell auch ein Ticket für die einfache Fahrt. Wir haben die App Skyss dafür heruntergeladen, man kann darüber allerdings nur jeweils ein Ticket buchen. Für die anderen beiden Tickets, nutzen wir deshalb den Ticketautomaten – leider mit einigen Schwierigkeiten. Man kann nach dem Kauf wählen, ob man das Ticket per SMS erhalten will. Ich wähle diese Funktion aber nicht aus, in der Annahme das Ticket wird wie gewohnt ausgedruckt. Allerdings gibt es hier kein gedrucktes Ticket und so stehen wir unverhofft ohne da. Ich löse deshalb ein weiteres Ticket und gebe meine Handynummer an – leider kommt die versprochene SMS nicht an und so haben wir noch immer kein Ticket. Beim 3. Versuch geben wir Jasmins Nummer an und endlich funktioniert es. Erst später lesen wir in der Bahn, dass das Ticket auf der Kreditkarte gespeichert wird und deshalb weder Ausdruck noch SMS nötig ist. So haben wir das Geld für 2 Tickets unnötig zum Fenster hinausgeworfen. Ärgerlich, aber nicht mehr zu ändern.
Wir freuen uns nun trotzdem auf Bergen und fahren bis zur Endstation (Sentrum). Direkt nebenan ist ein schöner Park und geradeaus gelangt man zu den ersten Geschäften. Die Mädels shoppen wieder ein bisschen und wir suchen uns anschließend ein Restaurant zum Mittagessen: Im Egon (Torgallmenningen 11) gibt es für 189 NOK Erw., 98 NOK/Kinder, 139 NOK/Studierende (Nachweis muss vorlegt werden) ein kleines All you can eat – Pizzabuffet inkl. Nudelsalat und grünem Salat. Auch hier bestellt und bezahlt man per QR-Code am Tisch. Sofia entscheidet sich für die Bowl, was sich als sinnvoll herausstellt, denn keine einzige Pizza ist vegetarisch. Es gibt immer 2 Pizzen am Buffet, weitere werden laufend nachgebacken. Die meisten haben als Belag verschiedene Variationen mit Hackfleisch. Keine kulinarischen Höhenflüge, aber es schmeckt ganz gut und für umgerechnet 90€ werden wir alle satt und günstig ist es obendrein. Anschließend geht es weiter über den Marktplatz Torget zum Hafen.

Hier befindet sich auch der Fischmarkt und wenige Schritte weiter erreichen wir das ehemalige Viertel der Deutschen Hanse: Bryggen aus dem Jahr 1707 – UNESCO Weltkulturerbe. Die bunten Holzgebäude sind wirklich sehr schön, aber es ist natürlich hoffnungslos von Touristen überlaufen und in allen Gebäuden finden sich Souvenirshops.

Nach der Besichtigung fahren wir mit der Fløibanen auf den Berg Fløyen. Das Familienticket kostet 475 NOK. Jasmin kostet extra = 190 NOK. Hier an der Kasse werden wir übrigens unser letztes Bargeld los – das Tauschen hätten wir uns sparen können, man kann hier überall und jederzeit mit Karte bezahlen. Die Aussicht von der Bergstation ist wunderschön. Leider bläst mal wieder ein eisiger Wind, deshalb halten wir uns nicht allzu lange auf der Aussichtsplattform auf, sondern erkunden den restlichen Berg.
Es gibt hier mehrere Wanderwege, unter anderem kann man ins Zentrum zurück wandern (ca. 45min) oder auf den Nachbarberg wandern. Es gibt zudem einen tollen Naturspielplatz – versteckt im Wald – und einen kleinen See. Nachdem wir alles erkundet haben, hat der Wind die Wolken vertrieben, die uns seit dem Mittagessen begleiten und die Sonne kommt wieder heraus. Da ist die Aussicht gleich nochmal schöner und wir genießen das Panorama erneut. Vor allem weil nun auch schon deutlich weniger los ist.

Wieder unten bringen wir Sofia und Luki zurück zum Womo und fahren dann nochmals in die Stadt – wir haben ja ein Tagesticket. Die Abendstimmung ist wunderschön am Hafen und nun sind auch fast keine Touristen mehr unterwegs, sondern ausgefeine Norweger. Es ist Samstagabend und die Bars und Restaurants sind brechend voll. Zudem gibt es ein kleines Festival an der Festung im Hafen. Wir gönnen uns noch eine Stärkung: ein Sandwich mit gebratenem Lachs auf dem Fischmarkt und die selbsternannten besten pølse Hotdogs von Bergen (Trekroneren, Kong Oscars gate 1). Schmeckt ganz gut, den Hype verstehen wir allerdings nicht. Bergen soll übrigens die schönste Stadt Norwegens sein – das können wir nach unserem Besuch bestätigen. Zudem ist Bergen auch Norwegens Regenhauptstadt Nummer 1. Wir erleben hier aber lustigerweise einen der wenigen trockenen Tage unserer Reise…

Bewertung Stellplatz 2,5/5
Gefahrene Kilometer 80

Tag 24 – Sonntag, 24. August

Nach dem Frühstück geht es für uns weiter nach Hjellestad. Hier gibt es eine kleine Fähre nach Klokkarvik. Das Navi schickt uns mal wieder über viel zu enge Straßen. Die Fähre fährt nur alle paar Stunden, unter anderem um 11 Uhr. Wir sind bereits um 10:15 Uhr da und müssen daher noch etwas warten. Es gibt hier anders als wir es von Norwegen kennen, allerdings keine Spuren zum Einordnen und nur eine kleine Anlegestelle. Außer ein paar Norwegern, die im nahe gelegenen Bunpris einkaufen, ist niemand da. Wir stellen das Womo an den Straßenrand und genießen die Idylle. Kurz vor 11 Uhr kommen dann doch noch ein paar andere Autos und die Fähre kommt pünktlich in Sicht. Touristen gibt es allerdings keine außer uns, schon gar kein Wohnmobil. Da die Fähre an insgesamt 3 Haltepunkten anlegt, fragt uns der Fährmann, wo wir hinwollen und lässt uns als erstes auffahren. Die Strecke führt wunderschön durch die Schäreninseln.

Nach ca. 35min kommen wir in Klokkarvik an. Gegenüber des Fähranlegers befindet sich ein kleiner Wohnmobilstellplatz am Yachthafen. Die Übernachtung kostet 230 NOK inklusive Strom. Ein kleiner Raum mit Dusche und WC ist ebenfalls vorhanden. Die Bezahlung erfolgt mittels QR Code. Man steht in der ersten Reihe am Meer und hat den besten Blick auf die vorbeifahrenden Schiffe – unter anderem auf die Fjordline Fähre, mit der wir am Dienstag fahren werden. Die Sonne scheint und macht den kalten Wind erträglich. Wir packen unseren Camping Grill aus und genießen den Mittag im Windschatten des Wohnmobils und beobachten das bunte Treiben und die Flugzeuge im Landeanflug auf Bergen. Schließlich erkunden wir noch ein bisschen die Gegend. An einer schönen Kirche gibt es ein „Kirchenschiff“ und einen kleinen Spielplatz, wo wir uns im Ringewerfen duellieren. Ich verliere natürlich haushoch.

Bewertung Stellplatz 3,5/5
Gefahrene Kilometer 27

Tag 25 – Montag, 25. August

Die Nacht war ruhig. Erst zum Frühstück hört man wieder einzelne Flugzeuge. Wir verlassen den Marina Stellplatz und brechen zu einer letzten kleinen Wanderung in Norwegen auf. Dazu parken wir am Parkplatz Fjell Festning (60.311822, 5.081406). Bergauf wählen wir einen schmalen Wanderweg durch die Heide und die üblichen Felsen – sehr schön zu laufen und nicht besonders anstrengend.
Oben auf dem Plateau angekommen, sieht man die ersten noch stehenden Gebäude der ehemaligen Marine Küstenbatterie der deutschen Besatzungsmacht aus dem Zweiten Weltkrieg. Die Anlage bestand aus einem 3 Kilometer langen unterirdischen Tunnelsystem, dem Hauptgeschütz Turm und den dazugehörigen Verteidigungsanlagen. Sie diente der Überwachung der Einflugschneise nach Bergen und sollte den Schiffsverkehr kontrollieren. Die Flugabwehr wurde auch im Kampf gegen alliierte Luftangriffe eingesetzt. Nach Kriegsende betrieb die norwegische Armee das Areal als Teil der Küstenverteidigung und später als Radarstation weiter. Nach der Aufgabe durch das Militär wurde eine Stiftung gegründet, die sich um den Erhalt der Festung bemüht und sie als Museum betreibt (Sonntags geöffnet, im Sommer auch samstags). Wir hätten uns noch ein paar erklärende Tafeln gewünscht, zumal da die meisten Gebäude heute – am Montag – nicht zugänglich sind.  Ein beklemmender Ort, aber auch wichtiges Mahnmal.

Auf dem Rückweg wählen wir den Fahrweg und fahren dann zum letzten Campingplatz auf dieser Reise in Norwegen: Skogtun Motel and Camping (Skogtunvegen 19, 5357 Fjell). Man hat freie Platzwahl im verwinkelten Gelände und checkt abends ab 17 Uhr ein. Mit 545 NOK einer der teuersten Plätze unserer Reise. Dafür bekommen wir unserer Meinung nach aber die schönste Aussicht der gesamten Reise aufs Meer und die Schären Inseln. Der Platz ist terrassenförmig angelegt und viel größer als man auf den ersten Blick denkt. Wie immer haben die Zelte die schönsten Plätze- Mit einem großen Womo ist die Auswahl sehr eingeschränkt – man kann an der Rezeption stehen oder an wenigen Plätzen im Gelände unterhalb. Wir haben Glück und bekommen noch einen Platz weiter unten mit toller Aussicht. Unten am Meer gibt es einen Steg zum Baden und Angeln und SUPen. Wir erleben das beste Wetter unserer gesamten Reise und sitzen den kompletten Nachmittag und zum Abendessen draußen. Sehr gerne hätten wir für günstige 200 NOK pro Stunde noch ein Boot gemietet, aber dies ist leider schon bis nach 20 Uhr vergeben. Dafür kann man kostenlos Minigolf spielen, was die Kids natürlich ausprobieren.
Wir finden, das ist ein würdiger Abschluss für unsere Reise – gekrönt von einem wunderschönen Sonnenuntergang. Ein traumhaftes Plätzchen und sehr ruhig – weit und breit keine Autos zu sehen und zu hören. Wir hatten nun 3 Tage in Folge ohne einen Tropfen Regen, das gab es auf der gesamten Reise nicht. Wenn das doch nur schon früher so gewesen wäre…

Bewertung Stellplatz 4/5
Gefahrene Kilometer 20

Tag 26 – Dienstag, 26. August

Nach einer wunderbar ruhigen, aber auch frostigen Nacht ist es leider wieder zu kalt, um draußen zu frühstücken. Wir richten unsere Übernachtungssachen und Snacks für die anstehende Fährüberfahrt. Da es in Bergen am Hafen kaum Parkmöglichkeiten gibt, wollen wir direkt zum Fährterminal. Der Check-in öffnet um 12 Uhr, wir starten deshalb erst um 11:30 Uhr am Campingplatz. Um 12:15 Uhr sind wir vor Ort.
Das Einchecken dauert ewig, da sich vor uns schon eine lange Warteschlange gebildet hat. Als wir dann endlich auf der Wartespur stehen, reicht es gerade noch, um schnell etwas zu Mittag zu essen, bevor das Boarding beginnt. Wir bekommen Kabine 8322 zugeteilt, eine Außenkabine für 4 Personen. Der Ruhesessel für die 5.Person befindet sich in einem abgeschlossenen Raum im Oberdeck und ähnelt den Sitzen in einem Flugzeug. Wird eher schwierig, hier zu schlafen. Sofia und Luki bieten deshalb an, gemeinsam in einem Bett zu schlafen. Also werden wir uns zu Fünft in die winzige Vierbett-Kabine quetschen, die aus 2 Hochbetten besteht. Zumindest ein eigenes kleines Bad und ein Bullauge haben wir. Die ursprünglich gebuchte 5-Bett-Kabine wäre deutlich größer und komfortabler gewesen. Kann man nicht mehr ändern. Die Fähre legt planmäßig um 14 Uhr ab.  

Es geht mit schönen Ausblicken auf Bergen durch die vorgelagerten Schärenlandschaft. Nach 40 Minuten Fahrt passieren wir Klokkarvik und können den Campern winken, die heute dort im Hafen übernachten. Es ist zwar sehr windig, aber relativ mild und sonnig, sodass wir viel Zeit an Deck verbringen und die Aussicht genießen. Die Mädels sitzen lieber im Café und schauen eine Serie an, was sie auch oft abends und während der Fahrt gemacht haben – sehr zum Leidwesen ihres kleinen Bruders.
Um 19:30 Uhr erreichen wir Stavanger. Leider sieht man von der Stadt nichts, da die Fähre auf der abgewandten Seite der Stadt am Meer anlegt. Nach einer Stunde Aufenthalt, um Passagiere ein und aussteigen zu lassen, geht es weiter mit Kurs auf Dänemark. Wir suchen uns ein schönes Plätzchen in der Bar Sea View mit  bester Aussicht aufs Meer und trinken etwas. Dazu spielen wir Karten und machen beim Familienquiz mit, welches hier veranstaltet wird. Die Fragen sind ganz schön schwer und wir erraten leider nur 4 der 10 Fragen. Das Gewinnerteam hat 7 Fragen richtig beantwortet – Chapeau. Dann spielt sogar noch live Musik und man kann tanzen. Wir verabschieden uns lieber, da der Boden ganz schön schwankt und gehen nach einem kurzen Zwischenstopp beim Duty Free Shop ins Bett.

Gefahrene Kilometer 25 bis zur Fähre

Tag 27 – Mittwoch, 27. August

Wir haben eigentlich ganz gut geschlafen, sind aber schon ab halb 5 wach. Um halb 7 kommt eine freundliche Durchsage des Kapitäns auf Dänisch, Englisch und Deutsch, dass das Fahrzeugdeck um halb 8 öffnet und wir bis dahin die Kabinen räumen müssen. Wir holen uns noch einen Kaffee und machen uns dann auf zum Womo. Um 8 Uhr legen wir planmäßig in Hirtshals an und sind nun wieder zurück in Dänemark.
Wir kaufen ein Brot und frühstücken erstmal. Bisher haben wir 3600km auf dem Tacho. Gefühlt ist die dänische Autobahn eine einzige Baustelle, die sich über 100km zieht. Bis auf einen kurzen Tankstopp, fahren wir non-stop weiter nach Blåvand zum Hvidbjerg Strand Feriepark (Hvidbjerg Strandvej 27, 6857 Blåvand), wo wir uns – dank der Umbuchung der Rückfahrt – noch 2 weitere Nächte gönnen. Unterwegs hat es geregnet, aber hier ist es trocken. Der Platz verspricht luxuriöses Hygge-Feeling und viele Angebote für die Kids. Solche Plätze gab es in Norwegen nicht. Leider kommt bei uns erstmal keine Entspannung auf, da wir einen der schlechtesten Plätze überhaupt bekommen – direkt hinter der Rezeption, wo jedermann durchfährt und vorbeiläuft. Zudem fliegt das dänische Militär im Minutentakt mit ihren Kampfjets über unsere Köpfe – ein Höllenlärm. Für unglaublich teure 120€ pro Nacht ist das nicht das, was wir erwartet haben.
So hält uns nichts am Platz und wir machen uns lieber auf den Weg zum Nordseestrand, der ca. 200m entfernt liegt. Es ist relativ warm (18°C) mit Sonne und Wolken. Die Nordsee ist erwartungsgemäß eisig, aber zumindest mit den Füßen können wir rein. Luki ist ruckzuck bis auf die Unterhose nass, wollte aber partout keine Badehose mitnehmen. Er will mit den Mädels aber sowieso lieber den Platz erkunden. Wir Großen machen in der Zwischenzeit einen langen Strandspaziergang Richtung Leuchtturm. Es ist herrlich im weichen Sand. Zurück am Platz grillen wir und dann wollen die Kinder ins Hallenbad (1x täglich für 3 Stunden kostenlos nutzbar). Mir ist nach der Fährfahrt heute schon den ganzen Tag schwindelig und Micha hat keine Lust, also gehen die Drei alleine…

Bewertung Stellplatz 4/5
Gefahrene Kilometer 372

Tag 28 – Donnerstag, 28. August

Der Tag startet mild und ich nutze die Gelegenheit, Wäsche zu waschen. Während die Waschmaschine läuft, geht Micha joggen und Luki und ich erkunden die Spiel- und Trampolinhalle. Auch heute donnern die Jets über uns hinweg – in der Umgebung befindet sich das größte Militärgebiet Dänemarks. Zum Mittagessen bestellen wir Pizza zum Mitnehmen vom Italiener nebenan. Die Wäsche war zwischenzeitlich im Trockner, ist aber immer noch nass. Also nutze ich jede Möglichkeit rund um das Womo, Socken und Unterwäsche aufzuhängen.
Dann gehen wir mit Luki ins Hallenbad, während die Mädels erstmal das Fitnessstudio bevorzugen. Als wir drinnen sind, bemerken wir, dass Luki seine Badehose vergessen hat. Verlassen können wir das Schwimmbad nicht mehr, da wir sonst nicht mehr reinkommen. Ein Handy haben wir auch nicht dabei. Also bitte ich andere Camper am Eingang, dass sie am Fitnessstudio nebenan klopfen und die Mädels rausholen. Es klappt und Sofia läuft schnell zurück zum Womo. Leider kommt sie anschließend auch nicht mehr ins Fitnessstudio, da auch hier nur 1x täglich der Zugang erlaubt ist. Zum Glück war sie mit den Geräten schon so gut wie fertig.
Das Schwimmbad ist super: mehrere Becken, ein kleiner Whirlpool und 2 Rutschen in einer coolen Tropfsteinhöhle. Und ringsum Stühle und ein paar Liegen. Obwohl es ziemlich voll aus, nutzen wir die 3 Stunden voll aus und gehen dann zurück zum Womo. Heute gibt es leider extrem viele Mücken, so können wir leider nicht mehr raussitzen. Die Wäsche ist leider auch nicht trocken geworden und liegt nun überall drinnen zum Trocknen, da es später regnen soll. Micha testet zum Abschluss des Tages noch den Saunabereich, der ihm gut gefällt. Leider muss dieser extra bezahlt werden (150 DKK) und schließt schon um 20 Uhr. Bei dem hohen Übernachtungspreis sollte das inklusive sein. Mit Kartenspielen lassen wir den Abend ausklingen…

Tag 29 – Freitag, 29. August

Der Tag beginnt mit Sonnenschein und warm. Leider attackieren uns die Mücken schon beim Frühstück und wir sind ruck zuck überall verstochen. Wir verlassen den Campingplatz und Dänemark und fahren weiter nach Flensburg.
Dort parken wir kostenlos auf dem großen Parkplatz Exe. In wenigen Gehminuten erreichen wir das Rathaus und die schöne Fußgängerzone. Es gibt viel mehr Geschäfte als gedacht und wir shoppen ausgiebig. Endlich finden wir auch noch ein paar Mitbringsel für unsere Lieben zuhause. in einer Buchhandlung spricht uns die freundliche Filialleiterin an, ob Luki eine Schatzsuche mitmachen möchte. Ruck zuck rätselt die ganze Familie eifrig mit und ich unterhalte mich angeregt. Sie fragt, wo wir herkommen und erzählt dass sie immer nach Garmisch in den Urlaub fährt. Schon spannend: wir fahren vom Süden den weiten Weg in den Norden und die Nordlichter kommen zu uns in die Berge. Auch in den anderen Geschäften sind alle sehr nett und offen und sprechen uns direkt mit ‚Du‘ an. Im Blumenladen kaufen wir auch noch ein schönes Herz aus Stein für zu Hause.
Am Ende der Fußgängerzone biegen wir ab in den Oluf Samson Gang, ein schönes Gässchen mit historischen Häusern und besonderen Türen. Dann sind wir im Hafen und spazieren ein Stück am Wasser entlang. Die Flensburger Förde reicht hier 35km von der Ostsee ins Landesinnere. Uns gefällt es hier richtig gut – ein hyggeliges Städtchen mit skandinavischem Flair. Kein Wunder, die Grenze zu Dänemark ist ganz nah und vieles wird hier sogar zweisprachig ausgewiesen. Gerne würden wir auf dem Parkplatz noch übernachten, wir wollen aber noch einkaufen gehen und ein Stückchen weiterfahren. Wir sind ganz geflasht, was für eine große Lebensmittelauswahl es hier in Deutschland wieder gibt – das weiß man gar nicht richtig zu schätzen.

Weiter geht es dann noch 45 Minuten bis Rendsburg zu einer kleinen Marina am Nord-Ostsee-Kanal, wo wir übernachten wollen (Rader Insel 61, 24794 Borgstedt). Im Hafenmeister Büro dürfen die Toiletten benutzt werden und gegen Gebühr kann man auch duschen. Die 15€ Übernachtungsgebühr wird morgens vom Hafenmeister einkassiert. Mit den letzten Sonnenstrahlen sitzen wir auf einer Bank am Wasser und genießen den Abend.

Bewertung Stellplatz 3/5
Gefahrene Kilometer 245

Tag 30 – Samstag, 30. August

Kurz vor 8 Uhr erscheint der Hafenmeister, während wir frühstücken. Anschließend starten wir zur nächsten Etappe nach Hamburg. Wir parken ganz zentral am Kreuzfahrtterminal Altona (Van-der-Smissen-Straße). Hier gibt es Längsparkplätze am Straßenrand, wo auch große Fahrzeuge problemlos parken können. 10 Stunden parken kosten 10€. Von 20 Uhr bis 10 Uhr steht man kostenfrei, weshalb wir hier auch übernachten werden.
Wir richten uns einen Mittagssnack und laufen dann die wenigen Meter bis zur Bushaltestelle. Wir nehmen Linie 11, die einmal quer durchs Zentrum und damit viele Sehenswürdigkeiten anfährt. Das Tagesticket kostet 15,60€ für 5 Personen. Wir steigen an den Landungsbrücken aus und spazieren an der Elbe entlang sis zur Elbphilharmonie. Vor Ort gibt es kostenlose Eintrittskarten zur Besichtigung der Aussichtsterrasse Plaza auf 37m Höhe (man kann sich Tickets für feste Zeitfenster auch vorab online sichern, bezahlt dann aber eine Gebühr von 3€ pro Ticket). Die Warteschlange ist heute kurz, so ist eine Onlinebuchung nicht nötig. Dann geht es mit der spektakulären Rolltreppe nach oben. Die Elphi lässt sich auf der Aussichtsterrasse einmal komplett umrunden, so dass man in jede Richtung eine schöne Aussicht auf die Elbe, den Hafen (der zweitgrößte Europas) und die Speicherstadt hat.

Nach einem Mittagsvesper am Elbe-Ufer machen wir uns auf zum Theater am Großmarkt, wo wir kurzfristig Tickets für ‚Harry Potter und das verwunschene Kind‘ ergattert haben (Sommerspecial). Es handelt sich hierbei um die Fortsetzung der Harry Potter Story –  Vorkenntnisse sind wichtig, um die Handlung zu verstehen. Die Theater Aufführung dauert über 3 Stunden und ist lohnenswert. Man muss sich aber bewusst sein, das es sich nicht um ein Musical handelt, sondern um ein Theaterstück ohne Gesang. Das fanden wir etwas schade. Manche Szenen sind auch ziemlich gruselig, insgesamt hat uns aber auf jeden Fall sehr gut gefallen. Die Mädels fanden es mega. Anschließend gehen wir noch in die Innenstadt shoppen – die größte Einkaufsmeile ist die Mönchbergstraße und es gibt für alle noch ein leckeres Eis.
Zurück am Womo, machen sich die Kinder etwas zu essen, während wir Großen uns nochmal aufmachen nach Sankt Pauli (Bus 11 hält auch direkt an der Reeperbahn), um uns das bunte Treiben dort einmal anzusehen. Da Samstagabend ist, ist die Party richtig im Gange. Ich bin allerdings froh, als wir wieder zurück am Womo sind – war mir dann doch etwas zuuu trubelig.

Bewertung Stellplatz 3/5
Gefahrene Kilometer 106

Tag 31 – Sonntag, 31. August

Am Sonntag stehen wir um 7 Uhr auf, da wir uns den berühmten Hamburger Fischmarkt nicht entgehen lassen wollen, der sonntags gegenüber der Fischauktionshalle stattfindet. Wir sind zu Fuß nach ungefähr 15min dort. Wir erwarten, schon von weitem die Marktschreier zu hören. Vor Ort angekommen ist es aber ziemlich ruhig. Wie wir im Nachhinein recherchieren, ist die Zahl der Marktschreier seit der Pandemie dramatisch gesunken. Viele haben altersbedingt aufgehört und es gibt keine Nachfolger. Die verbliebenen finden wir super und schauen dem Treiben beim Blumen- und Obsthändler lange zu. Der restliche Markt besteht aus unzähligen Fischbuden und normalen Krämermarkt Ständen – wir hatten uns insgesamt mehr erwartet und sind etwas enttäuscht.

Nachdem wir unseren Einkauf – Fisch und Obst – im Wohnmobil verstaut haben, nehmen wir erneut den Bus und spazieren durch die malerische Kulisse der Speicherstadt, dem größten Lagerhausensemble der Welt und UNESCO Welterbe. Weiter geht es zur Außen- und Binnenalster, wo wir Pause auf einer Bank in der Sonne machen, bevor wir Michas Wunsch nachkommen und den Hamburger Bunker besichtigen, der sich neben dem Fußballstadion des FC St.Pauli befindet. Der Luftschutzbunker aus dem 2. Weltkrieg wurde begrünt und für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht. 335 Stufen fürhren hinauf. Ein Drehkreuz regelt den Zugang und bei der Taschenkontrolle muss sämtliches Essen und Trinken abgegeben werden. Da bleibe ich mit unserem Rucksack lieber unten, während der Rest der Familie sich an den Aufstieg macht. Richtig gelohnt hat es sich aber nicht. Das Spannendste für sie war das gerade laufende Fußballspiel nebenan. Zum Mittagessen gehen wir ins Restaurant „60 Seconds to Napoli“, wo wir leckere Pizza genießen (es gibt hier so besondere Sorten wie Green Mamba oder Pizza Avocado).

Danach geht es für uns nochmal in die Speicherstadt, da wir Tickets für das Miniatur Wunderland reserviert haben (frühzeitig buchen lohnt sich, wir konnten kurzfristig nur noch ein Zeitfenster am Nachmittag auswählen), der größten Modellbahnausstellung der Welt auf 2 Etagen mit über 16km verlegten Schienen. (Eintritt für uns Fünf 86,50€). Es gibt verschiedene Länder zu sehen mit vielen technischen Details. So kann man z.B. mittels Knopfdruck Sirenen anmachen oder ein Karussell starten oder Delfine zum Springen bringen. Überall bewegen sich Boote und Seilbahnen, man erlebt Gewitter und einen Vulkanausbruch. Alles ist liebevoll angelegt und mit tausenden von kleinen Figuren bestückt. Dazwischen fahren die Züge und gehen fast unter – so viel gibt es hier zu sehen.
In regelmäßigen Abständen wird es auch Nacht in der gesamten Anlage. Dann leuchten die Gebäude und Züge – unglaublich eindrucksvoll. Am coolsten fanden wir aber den Flughafen. Flugzeuge rollen aufs Rollfeld, starten und landen und es gibt auch eine ständig sich aktualisierende Anzeigetafel. Plötzlich ertönt die Star Wars Melodie und der Millennium Falke landet – mega. Wir können auch einen Blick in die Schaltzentrale werfen. Hier werden den Mitarbeitern Störungen angezeigt, die sie dann händisch – z.B. mittels einer Greifzange – beheben. Man kann hier Stunden zubringen (bei uns waren es 3h). Luki würde auch noch länger zuschauen, die Mädels haben aber irgendwann genug. Zudem ist es unglaublich voll, manchmal muss man sich anstellen, um ein bestimmtes Land zu sehen. Ein Ausflug hierher lohnt sich aber unbedingt.

Wir kehren zurück zum Womo und verlassen Hamburg nach 2 intensiven Tagen – einfach eine tolle Stadt. Wir hatten mega Glück mit dem Wetter, es war trocken und schön warm – kein Schiet-Wetter in Sicht hier in Norddeutschland.
Weiter geht es zum Stellplatz für diese Nacht in Northeim (Parkplatz an der alten Brauerei). Der Platz ist perfekt: ruhig gelegen, kostenlos und gegen Gebühr gibt es sogar Strom. Nebenan ist ein Spielplatz und man ist schnell wieder auf der Autobahn -besser geht es nicht!

Bewertung Stellplatz 4/5
Gefahrene Kilometer 247

Tag 32 – Montag, 1. September

Heute müssen wir mal wieder Strecke machen. Zum Abschluss dieser Reise wollen wir morgen in den Europapark – als Belohnung für die Kinder, da sie so lange in Norwegen durchgehalten haben. Dazu buchen wir auf dem Campingplatz direkt am Park eine Übernachtung. Über Kassel und Frankfurt geht es weiter nach Rust. Wir kommen fast ohne Stau durch, sind aber trotzdem erst nachmittags da.
Beim Einchecken erfahren wir, dass wir heute noch kostenlos eine Stunde vor Parkschließung in den Park dürfen, also von 17:30-18:30 Uhr. Ich kenne diese Regelung als Hotelgast, aber nicht als Camper. Vielleicht hängt das mit den aktuellen Bauarbeiten zusammen. Die Silver Lake City hat sich seit unserem letzten Besuch komplett verändert. Die Zufahrt und V/E Station ist neu, es gibt neu angelegte Komfortplätze und ein neues Parkhaus. Zudem entsteht eine neue Unterkunft. Für uns geht’s also noch heute unerwartet in den Park. Es ist nur wenig los und wir fahren noch ein paar Bahnen, wo man sonst ewig anstehen muss aufgrund der geringen Transportkapazität: Schweizer Bobbahn, Matterhorn-Blitz und zum Abschluss noch eine unserer Lieblingsbahnen: Arthur und die Minimoys. Anschließend essen wir noch im Saloon zu Abend.
Luki erkundet den neuen Spielplatz bis es anfängt zu regnen. Innerhalb kürzester Zeit schüttet es in Strömen und alles steht unter Wasser. Ein Gewitter kommt auf uns zu. Wir nutzen die Zeit zu duschen und stapfen dann durch die vielen Pfützen zurück. Zum Glück zieht das Gewitter knapp an uns vorbei uns es bleibt beim Starkregen.  

Bewertung Stellplatz 3/5
Gefahrene Kilometer 478

Tag 33 – Dienstag, 2. September

Wir haben sehr gut geschlafen. Es ist uns bleibt aber mehr Parkplatz als Campingplatz, aber dafür steht man zentral und entspannt vor und nach dem Parkbesuch. Wir können das Wohnmobil noch den ganzen Tag kostenlos parken (ansonsten wären 20€ Parkgebühr fällig) und laufen ca. 15min zum Parkeingang.
Wir haben auch heute Glück mit dem Andrang und dem Wetter. Trotz schlechter Vorhersage (90% Regenrisiko) bleiben wir bis auf einem kurzen Schauer verschont. Mittags scheint sogar die Sonne und es ist angenehm warm. Schon am Vormittag sind die Mädels alle große Bahnen gefahren inklusive der neuen Achterbahn Voltron Nevera. Und auch Luki entdeckt heute seine Achterbahn Liebe und fährt zum allerersten Mal Blue Fire und Wodan. Wir essen im Bamboo Bai zu Mittag (Luki bekommt dazu Pommes) und genießen den Tag zu Fünft. Der perfekte Abschluss unserer Reise. Am Nachmittag bekommen wir noch spontan Besuch von meiner guten Freundin und ihrem Mann, die hier eine Jahreskarte haben und fahren anschließend heim.

Um 22 Uhr sind wir wieder zu Hause und unser Sommerurlaub geht nach 33 Tagen und 5200km zu Ende – die längste Reise bisher und landschaftlich mit das Schönste, was wir bisher gesehen haben…

Um 22 Uhr sind wir wieder zu Hause und unser Sommerurlaub geht nach 33 Tagen und 5200km zu Ende – die längste Reise bisher und landschaftlich mit das Schönste, was wir bisher gesehen haben…

Gefahrene Kilometer 132

Ein Kommentar

  1. Hallo Michael /Andrea
    Wir haben uns sehr gefreut über die tollen Bilder und die beeindruckenden Landschaften.
    Schön wenn man Norwegen mit dem WOMO erkunden kann.
    Chapeau für die fahrerische Leistung bei den zeitweise engen Straßenverhältnissen, und für die bis ins Detail beschriebenes Tagesprogramm
    Dafür ein herzliches Dankeschön

Antworte auf den Kommentar von Gerhard Abbrechen

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